bb)Rezeptionsvorlage aaa)Österreichische Zivilprozessordnung von 1895 Die liechtensteinische Zivilprozessordnung von 1912 stellte grundsätzlich eine Rezeption des bezirksgerichtlichen Verfahrens der österreichischen Zivilprozessordnung von 1895 dar. Letztere muss in der vorliegenden Arbeit deshalb insofern herangezogen und untersucht werden, als sie im Sinne eines Rezeptionshintergrundes dem Verständnis der Prozessökono- mie in der liechtensteinischen Zivilprozessordnung von 1912 dient. Das 
Vor- und Umfeld der Entstehung der österreichischen Zivil- prozessordnung von 1895 ist nicht nur der unmittelbare Rahmen der österreichischen Zivilprozessordnung, sondern mittelbar durch Rezep- tion auch derjenige der liechtensteinischen Zivilprozessordnung von 1912. In dieses Vorfeld fallen einerseits die gesetzgeberischen und ande- rerseits die wissenschaftlichen Bestrebungen in Österreich, welche bereits mit Erlass der österreichischen Allgemeinen Gerichtsordnung von 1781 einer grundlegenden Reform des Zivilverfahrens galten und damit auf die Entstehung der österreichischen Zivilprozessordnung von 1895 wirkten. Franz Klein, der später zum Schöpfer des neuen Zivilver- fahrens werden sollte, beteiligte sich durch Veröffentlichungen an den Reformdiskussionen. Sie alle zielten nicht zuletzt auf eine Beseitigung prozessökonomischer Mängel des antiquierten Zivilverfahrens und inso- fern sind sie als mittelbarer Hintergrund auch für die Prozessökonomie in der liechtensteinischen Zivilprozessordnung informativ. Tiefergehende und für die liechtensteinische Zivilprozessordnung einschlägige Auskunft über prozessökonomische Erwägungen gewährt sodann die Entstehung der österreichischen Zivilprozessordnung von 1895. Deren 
Ausarbeitung in den Regierungsvorlagen und Entwürfen sowie den zugehörigen Erläuterungen und Motiven gilt es zu betrachten. Sie allesamt besorgte 
Franz Klein im Sinne seiner Auffassung des opti- malen Zivilprozesses und wurde somit zum Vater der österreichischen Zivilprozessordnung. Ferner sind manche 
Änderungen in den Kommis- sionen und im Parlament aufschlussreich. Die 
österreichische Zivilprozessordnung von 1895 in der 
ursprüng- lichen Fassung, in welcher sie 1898 in Kraft trat, und somit auch die in ihr enthaltene grundsätzliche Konzeption der Prozessökonomie wurde im Fürstentum Liechtenstein weitgehend rezipiert. Die Rezeptionsvor- lage ist für die vorliegende Arbeit zweifach aufschlussreich. Bei dem, 37 
II. Zielsetzung
        

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