1.Historischer Hintergrund a)Beauftragung und Person Walkers Im fürstlichen Handbillett vom 9. Oktober 190812hatte der Landesfürst Johann II. erklärt, er werde die Ausarbeitung der Entwürfe der Justizre- form in die Hände von Fachmännern legen. Für die Zivilverfahrensord- nung fiel die Wahl des Landesfürsten auf Gustav Walker, «einen nicht nur theoretisch gebildeten, sondern auch praktisch bewährten hervorra- genden 
Fachmann»13. Gustav Walker (1868–1944), geboren in Wien, hatte in Wien, Göt- tingen und Leipzig Rechtswissenschaften studiert und 1891 promoviert. Im Jahr darauf war er in den österreichischen Justizdienst getreten und ab 1895 war er im k. k. Justizministerium tätig. Es folgte die Habilitation im Jahr 1898 an der Universität Wien, ab 1899 Richtertätigkeit und 1907 die Ernennung zum ausserordentlichen Professor an der Universität Innsbruck. Als Walker mit der Ausarbeitung der Zivilverfahrensent- würfe für das Fürstentum Liechtenstein beauftragt wurde, war er anfangs noch gemäss eigenen Angaben «an der k. k. Universität in Inns- bruck als Professor für das österreichische Verfahren tätig»14,später dann Sektionsrat des k. k. Justizministeriums in Wien.15 Ab 1910 beklei- dete Walker den Posten des Leiters der internationalen Abteilung im Justizministerium.16 Ende November 1908 hatte in Wien eine Besprechung zwischen Hofrat Hermann von Hampe (1837–1922)17 als Leiter der fürstlichen Hofkanzlei und Gustav Walker stattgefunden.18 Bei dieser Unterredung war Walker über die grundlegende Ausrichtung der Justizreform im Fürstentum Liechtenstein informiert worden,19 wie sie sich infolge der 358§ 
8 Ausarbeitung 1909 bis 1912 12Siehe oben unter §  7/III./1./f). 13So später die die Entwürfe Walkers vorberatende Kommission des Landtages, LI LA RE 1911/1390, Gesetzentwürfe, 11. Dezember 1911, S.5. 14LI LA RE 1911/1390, Abschrift Schreiben Walker, 1. Dezember 1911, S.1. 15LI LA RE 1911/1390, Gesetzentwürfe, 11. Dezember 1911, S.3; Schädler, 1901–1911, S.70; Berger, Rezeption, S.33. 16Zum vorangehenden Absatz s. v. «Walker Gustav, Prof. Dr.»,  m. w. H. 17Siehe Oberhammer, Hampe, S.333; siehe auch Kindle, S.365f. 18LI LA RE 1908 0570, Schreiben In der Maur vom 8. März 1909, S.1. 19LI LA RE 1908 0570, Schreiben In der Maur vom 8. März 1909, S.2.
        

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