personelle Mehrbelastung für die betreffenden österreichischen Gerichte bedeuten würde, welche als Instanzen in der liechtensteinischen Recht- sprechung fungierten.187 Landtagspräsident Schädler und auch Peer in seinem Gutachten188 waren anderer Ansicht. Schädler beschwichtigte, von österreichischer Seite seien Liechtenstein, gerade auf dem Gebiet der Justiz, beständige und entgegenkommende Handreichungen geboten worden und die in Anbetracht des österreichischen Staates verschwin- dend kleine Mehrbelastung durch die liechtensteinische Rechtsprechung dürfte kaum Anlass zu Unstimmigkeiten geben.189 Die Frage blieb im Folgenden virulent: Sollte zugunsten der Pro- zessökonomie und ihrer Verwirklichung der Instanzenzug geändert werden, obgleich zwei grosse Problembereiche dem entgegenstanden – zum einen die fürstliche Justizhoheit, die erforderliche fürstliche Ver- ordnung und zusätzliche Kosten, zum anderen die nicht abschätzbaren staatsvertraglichen Konsequenzen? d) Einsparung an Prozesskosten und längerfristige volkswirtschaftliche Reflexwirkung Landesverweser In der Maur gab angesichts des prozessökonomischen Dilemmas, das die Anstellung eines zweiten Landrichters aufwarf,190 Folgendes als Abwägung zu bedenken: «[...] [es] sei immerhin in Anschlag zu nehmen, ob mit der Durch- führung der geplanten Reform bei Einführung des mündlichen Zivilprozeßverfahrens [...] mit der Zeit nicht auch die Anstellung eines zweiten Richters nötig werde. Demgegenüber sei wieder zu berücksichtigen, daß durch ein 
rascheres und billigeres Prozeßver- fahren, wie die Erfahrung in Oesterreich lehre, den Parteien ganz bedeutende Summen an 
Prozeßkosten erspart werden und daß dadurch auch das Rechtsbewußtsein im Volke gestärkt werde.»191 In der Maur wollte den Blick darüber hinaus erweitern, dass die Justiz- reform von vornherein die Schaffung einer zweiten Landrichterstelle 345 
III. Erste Siebnerkommission und Resolution 1907 187L. Vo. vom 20. Dezember 1907, S.6. 188Siehe oben unter §  7/III./3./a)/aa). 189Zum vorangehenden Absatz vgl. L. Vo. vom 20. Dezember 1907, S.6. 190Siehe oben unter §  7/III./3./c)/aa). 191L. Vo. vom 20. Dezember 1907, S.6, Hervorhebungen E. S.
        

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