waren und noch nicht ausgereifte Lösungen darstellten, so warf er mit ihnen doch diejenigen grundlegenden Fragen auf, die in allem Weiteren für die Diskussionen um die liechtensteinische Justizreform bedeutsam, bestimmend und wegleitend bleiben sollten. 1.Historischer 
Hintergrund Josef Peer (1864–1925)42 hatte, wie er im Begleitbrief seines Gutachtens anmerkte, seine Kindheit in Liechtenstein verbracht, war dort in die Volksschule gegangen und unterhielt zu Liechtenstein zeitlebens «enge persönliche und geschäftliche Beziehungen»43.44 Peer hatte in Innsbruck Rechtswissenschaften studiert und im Jahre 1887 zum Dr. iur. promo- viert; er führte seit 1894 eine Anwaltskanzlei in Feldkirch und war eben- dort von 1901 bis 1909 Bürgermeister; zudem wirkte er von 1902 bis 1909 als Vorarlberger Landeshauptmannstellvertreter und war in dieser Zeitspanne Parlamentarier des vorarlbergerischen Landtages.45 Peer sollte im weiteren Verlauf der Geschichte des Fürstentums Liechtenstein noch an prominente Stelle treten: Im Zuge der Ereignisse und politi- schen Bestrebungen, die zu der liechtensteinischen Verfassung von 1921 führten, war Peer zwischen Ende 1920 und Anfang 1921 einstweiliger, für sechs Monate bestellter Landesverweser und erarbeitete zu jener Zeit eine Verfassungsvorlage für das Fürstentum Liechtenstein.46 Eingangs seines Schreibens bzw. Gutachtens erwähnte Josef Peer die Besprechung mit Landtagspräsident Albert Schädler und dem Land- tagsabgeordneten Friedrich Walser,47 die als Mitglieder der (ersten) Sieb- 310§ 
7 Beginn Justizreform 1906 bis 1908 42Siehe vor allem Quaderer, Peer, S.696f. 43LI LA RE 1908/0570, Gutachten Peer, 7. Februar 1908, S.4. 44LI LA RE 1908/0570, Gutachten Peer, 7. Februar 1908, S.4. Vgl. Quaderer, Peer, S.696. 45S. v. «Peer, Josef»,  m. w. H.; vgl. Quaderer, Peer, S.696; siehe auch LI LA LTA 1907 L1, Antrag Siebnerkommission, 14. Dezember 1907, S.1. 46S. v. «Peer, Josef», ; Beattie, S.47 und S.386; Quaderer, Peer, S.696f.; vgl. Geiger, Krisenzeit, S.63; siehe Berger, Rezeption, S.42–44. Siehe zu den historisch-politischen Ereignissen Beattie, S.45–49; Goop, S.259; Raton, S.117–121, der jedoch Peer nicht erwähnt. 47LI LA RE 1908/0570, Gutachten Peer, 7. Februar 1908, S.1.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.