§ 5 Franz Kleins Ansicht zur prozess- ökonomischen Rezeptionsvorlage «Jedes Land kann sein Recht nach fremdem Muster bilden[.]»1 Im Hin- blick auf die österreichische Zivilprozessordnung von 1895 interessiert diese Aussage Franz Kleins deswegen besonders, weil diese Verfahrens- ordnung und ihre «ideengeschichtliche wie theoretisch-praktische Fun- dierung [...]Österreichs ureigenster Beitrag zur kontinentaleuropäi- schen Prozeßrechtsentwicklung»2 darstellte. Das zeigte sich an den vie- len Rezeptionen, die sie als Vorlage und Muster heranzogen. 
Inwiefern die zivilprozessuale Prozessökonomie rezipierbar war, die Franz Klein zugrundegelegt und in prozessökonomischen Mechanismen umgesetzt hatte, bedarf näherer Betrachtung, gerade für den 
Fall der liechtensteini- schen Zivilprozessordnung von 1912: War die Prozessökonomie gänzlich und unverändert, teilweise und unter Anpassungen, autonom und nach- gebildet oder so gut wie gar nicht rezipierbar? – Eine Antwort auf diese Frage gaben die generellen Empfehlungen und Warnungen Kleins zur zivilprozessrechtlichen Rezeption, die auf die Prozessökonomie und die liechtensteinische Zivilprozessordnung übertragen werden konnten: Nebst einer grundsätzlichen Entscheidung zur Rezeption (I.) erforderte eine Rezeption der Prozessökonomie darüber hinaus sehr wohl auto- nome Nachbildungen und besondere Anpassungen (II.), umso mehr, wenn die Zielrechtsordnung der Rezeption die Besonderheiten eines monarchischen Kleinstaates aufwies wie im Falle des Fürstentums Liechtenstein.255 1Klein, Rechtsannäherung, S.974. 2Dahlmanns, S.2700.
        

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