Gerichtsinspektoren wurden damit zum Bindeglied zwischen den Gerichten und dem Justizministerium,632 welches einen gegenseitigen Austausch gewährleistete: Unerwünschte Tendenzen bei der Rechtspre- chung und an den Gerichten gelangten über sie rasch an das Justizminis- terium; vice versa vermochte das Justizministerium durch das Gerichts- inspektorat direkt und schnell instruierend auf die Gerichte einzuwir- ken, um beispielsweise sich einstellende Usanzen zulasten der Prozessökonomie zu beheben.633 Daneben wurden Richter mit ebenfalls einer besonderen Weiterbil- dung als 
Kanzleiinspektoren eingesetzt, die analog zu den Gerichtsin- spektoren die «Anleitung in Richtung der Technik der Geschäftsfüh- rung»634 der Gerichte vor Ort erteilten.635 5.Prozessregister Um das prozessökonomische Ziel der Schnelligkeit des neuen Zivilpro- zesses empirisch erfassen und überprüfen zu können, wurden 
Prozessre- gister angelegt, aus denen die Dauer der Zivilprozesse in den jeweiligen Instanzen abgelesen werden konnte. Das Justizministerium konnte anhand dieser Register die neuen Zivilprozesse im Grossen und Ganzen bezüglich deren Raschheit überwachen. Stiess ein Gerichtshofpräsident oder ein Gerichtsinspektor bei Durchsicht der Register konkret auf einen übermässig lange dauernden Zivilprozess, konnte er eingreifen und Abklärungen treffen.636 6.Appell an die Richterschaft Kurz vor Inkrafttreten des neuen Zivilverfahrens gab das Justizministe- rium einen Erlass an die Gerichte heraus, in dem es eindringlich und ein- 253 
IV. Massnahmen 632Dahlmanns, S.2741. 633Zum vorangehenden Absatz Sperl, S.423 und S.425; Klang, S.85f.; (detailliert) Leonhard, S.149f., zur Kritik am Gerichtsinspektorat S.157; Schoibl, Entwicklung, S.57 m. w. N.; Hochegger, S.92. 634Sperl, S.423. 635Sperl, S.423. 636Zum vorangehenden Absatz Klang, S.85.
        

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