Formular erfassen liessen, dennoch waren sie so kurz und gedrängt wie möglich gehalten.585 Idealerweise sollte seitens des Gerichts für die betreffenden Akte und Schriftstücke einfach auf ein Formular zurückge- griffen und dieses schnell ausgefüllt werden, höchstens unter geringfügi- gen Streichungen und Einfügungen, wodurch Schreib- und Zeitaufwand sowie damit verbundene Kosten auf ein Minimum reduziert würden. Später würden die prägnanten Schriftstücke den ganzen Zivilprozess hindurch alles Nötige, aber eben nur dies, dokumentieren und in der Folge auch dadurch wiederum zusätzlich Aufwand, Zeit und somit Kos- ten reduzieren. Dass die Verwendung der Formulare ein vorläufiger Versuch war, brachte die Verordnung deutlich zum Ausdruck. Um später eindeutige (empirische) positive oder negative Ergebnisse zu erhalten, verpflichtete sie zur Verwendung der Formulare, und dies grundsätzlich in ihrer vor- gegebenen Form. Sollte der Versuch glücken und sollten sich die For- mulare als «nothwendig oder zweckmäßig»586 im Sinne der faktischen Prozessökonomie erweisen, würden vielleicht weitere Formulare herausgegeben; «bis auf weiteres»587 waren daher gemäss der Verordnung die herausgegebenen Formulare, aber auch nur diese, zu verwenden. b)Nachträge und nicht offizielle Mustersammlung Als «Nachtrag»588 zum Formularienbuch ergingen speziell an die Anwaltschaft und die Notariate in «Vorbereitung der Civilprocessre- form»589 Regeln über die «[a]eussere Form der 
Eingaben an die Gerichte»590. Sie bezweckten einen reibungslosen Übergang zum neuen Verfahrensrecht und sollten möglichst eine Einheitlichkeit der Eingaben mittels Formularen vorbereiten sowie durch Literaturhinweise die Aus- einandersetzung mit den neuen Verfahrensordnungen fördern.591 Im 246§ 
4 Prozessökonomische Mechanismen 585Leonhard, S.148; vgl. K. k. Justizministerium, Verordnung Formularien 1897, S.317 Ziff. VIII. 586K. k. Justizministerium, Verordnung Formularien 1897, S.316 Ziff. IV. 587K. k. Justizministerium, Verordnung Formularien 1897, S.315 Ziff. I und ebenso S.316 Ziff. IV. 588Klein, Zivilprozeß, S.20 und S.53; Leonhard, S.148. 589K. k. Justizministerium, Mittheilung Eingaben 1897, S.394. 590K. k. Justizministerium, Mittheilung Eingaben 1897, S.394. 591K. k. Justizministerium, Mittheilung Eingaben 1897, passim; Nachweis des Erlasses auf S.394; besonders S.396 [Ziff. 7] zur Beschleunigung.
        

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