Ebenfalls ein gerichtliches Ermessen ermöglichend, es dabei jedoch an die Zwecke des Zivilprozesses bindend, bewerkstelligten Elemente wie «[falls es das Gericht, E. S.] geboten oder zweckmäßig hält» (§ 244 Abs. 1 Ö-CPO). 3.Ergebnis Ein fixes Konstruktionsmuster prozessökonomischer Mechanismen in der österreichischen Zivilprozessordnung von 1895 ist nicht ersichtlich. Teils bildeten sie eigene Paragraphen, teils Absätze, teils blosse Teilsätze in einer Vorschrift. Ihr kleinster gemeinsamer Nenner waren die pro- zessökonomischen Elemente, die in verschiedenen Kombinationen in grösserer oder kleinerer Häufung auftraten. Insgesamt hoben sich bei den prozessökonomischen 
Elementen drei Stufen voneinander ab: (1) An gewissen Stellen drückte die Zivil- prozessordnung positiv und deutlich aus, dass die Prozessökonomie vom Gericht beachtet und bei bestimmten Gegebenheiten besonders strikt durchgesetzt werden musste. Prozessökonomie war am wertvolls- ten – zugleich aber auch am unauffälligsten –, wenn sie sich 
unmittelbar realisierte. (2) Die Zivilprozessordnung war bemüht, dem Gericht Handlungsspielraum und zugleich alle notwendigen Mittel an die Hand zu geben, um die Prozessökonomie im konkreten Einzelfall des Zivil- prozesses zu verwirklichen, insbesondere Verstösse dagegen 
möglichst verhindern und die Prozessökonomie realiter 
aufrechterhalten zu kön- nen. (3) Falls es zu einem 
Verstoss gegen die Prozessökonomie kam – womit sie als negatives Phänomen ins Blickfeld rückte –, ermöglichte die Zivilprozessordnung dem Gericht, dessen 
schädliche Wirkungen zu beseitigen oder dessen 
nachteilige Folgen auf die hierfür verantwortliche Partei zu übertragen. Dementsprechend richteten sich die prozessökonomischen Mecha- nismen und deren Elemente fast ausschliesslich an das prozessleitende Gericht als Adressaten, nicht an die Parteien oder deren Vertreter. An letztere beiden wendete es sich nur selten und in Fällen, in denen es sie infolge prozessökonomischer Verstösse bestrafte oder haften liess. Den gerichtlichen Handlungsspielraum stellte die österreichische Zivilprozessordnung von 1895 sicher, indem zunächst blosse Hand- lungsmöglichkeiten anstatt -pflichten für das Gericht geschaffen wur- 240§ 
4 Prozessökonomische Mechanismen
        

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