die Gründlichkeit der Sachverhaltsermittlung zu gewährleisten be - zweckten,462aber dem Gericht soviel an Handlungsspielraum und Beweglichkeit beliessen, wieviel es brauchte, um mit Erfolg «zahlreiche Prozesse trotz Beweisaufnahme im ersten Verhandlungstermine zu Ende zu führen.»463Hierzu zählte beispielsweise die Aufforderung an die Par- teien zu persönlichem Erscheinen, die Herbeischaffung von Urkunden464 oder die Vernehmung von Amtes wegen von Personen als Zeugen.465 All die einzelnen Mechanismen zusammenfassend, urteilte Klein: «Mit einem Worte, das Motto der Sachleitung muß sein: Nirgends plan- lose Einzelacte, sondern durchdachte Combination, vorausblickende Construction.»466 Sie waren die Voraussetzung dafür, dass «durch die Rücksicht auf das 
concret Zweckmäßigste»467 im einzelnen Zivilprozess prozessökonomisch vorgegangen werden konnte, ohne jedoch infolge starrer prozessökonomischer Vorgaben diese zu einem Nachteil für das Verfahren und dessen Ergebnis werden zu lassen. d) Gründlichkeit als Gegengewicht in den prozessökonomischen Mechanismen Gerade diejenigen Mechanismen, welche gemischten prozessökonomi- schen Zwecken und unter anderem der Effizienz dienten, zählte Klein auch unter der Rubrik der «Gründlichkeit» auf, so die §§ 180, 193 und 496 Ö-CPO. Zugleich der «Raschheit» und Gründlichkeit diente seiner Ansicht nach § 183 Ö-CPO. Als eigenständige Bestimmungen zwecks Gründlichkeit listete er die §§ 194, 264 und 503 Ö-CPO auf. Anhand dieser tragenden Vorschriften zugleich zur Prozessökonomie einerseits und dagegen abwägend zur Gründlichkeit andererseits widerspiegeln repräsentativ, wie sie über die gesamte Zivilprozessordnung jeweils in einen sinnvollen Ausgleich gesetzt werden sollten. Die 
gerichtliche Prozessleitung bei der mündlichen Verhandlung diente gleichermassen sowohl der «erschöpfende[n] Erörterung» in der Sache als auch der Verhinderung von Weitläufigem, Unerheblichem und 213 
I. Gerichtshofverfahren 462Klein, Zivilprozeß, S.318–328 m. w. H.; siehe so bereits Klein, Pro futuro, JBl 19 (1890), S.545. 463Klein, Zivilprozeß, S.324. 464Siehe so bereits Klein, Pro futuro, JBl 19 (1890), S.569. 465Klein, Gesetzentwürfe, S.43f. 466Klein, Praxis, S.66, Hervorhebung im Original vorliegend weggelassen. 467Klein, Praxis, S.74, Hervorhebung im Original.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.