keit einer 
Kostentragung bzw. eines Kostenersatzes von Bevollmächtig- ten wie Anwälten und gesetzlichen Vertretern vor, falls sie 
durch gro- bes343 Verschulden Kosten verursachten.344 Diesfalls konnte, musste jedoch nicht, das Gericht auf Antrag oder von Amtes wegen dem Bevoll- mächtigten solche grob verschuldeten Kosten überbürden, so dass er unmittelbar dafür haftete345. § 49 Abs. 2 Ö-CPO nannte den besonderen Fall, dass die Bevollmächtigten grob verschuldet (im Wortlaut:) «entwe- der durch Aufnahme nicht zur Sache gehöriger Anführungen in die Schriftsätze oder durch überflüssige Weitläufigkeiten in den Schriftsät- zen» zusätzliche Kosten herbeigeführt hatten. § 49 Abs. 3 Satz 1 Ö-CPO bestimmte die Form des Beschlusses für eine solche Anordnung zur Kos- tentragung, sofern sie nicht ins Urteil in der Hauptsache Eingang 
fand. Prozessökonomisch vorteilhaft zeigte sich, dass § 49 Ö-CPO «den weitwendigen Umweg des Regressprocesses ersparen hilft und gleich im Hauptprocesse die Ersatzpflicht eines Vertreters oder Bevollmächtigten festzustellen gestattet.»346 Zudem ermöglichte er die Beurteilung der Kosten- und Verschuldensfrage in demjenigen Zivilprozess und von demjenigen Gericht, bei dem angeblich die Verletzung der Prozessöko- nomie stattgefunden hatte, das heisst, es wurden Kenntnisse und Wissen dort genutzt, wo sie bestanden.347 Wie es der gerichtlichen Prozessleitung entsprach, musste die «Beurtheilung zur Tragung der Kosten, [...] auch von amteswegen statt- finden können [..., weil] die Abhängigkeit von einer Antragstellung der Partei die Lebensfähigkeit dieser Vorschrift in Frage stellen würde.»348 Zumal eine Partei gerade deshalb einen Anwalt beizog, weil sie sich im Zivilverfahren nicht auskannte, dieser hingegen schon, konnte man nicht systemwidrig davon ausgehen, anwaltliche prozessökonomische Ver- stösse ausschliesslich auf parteiseitige Rüge hin zu beachten und zu ahnden. Das Gericht brauchte diesbezüglich Handlungsspielraum, um gegebenenfalls aus eigenem Antrieb im Nachhinein mittels Verlagerung 188§ 
4 Prozessökonomische Mechanismen 343Das Erfordernis «grob» war erst durch die parlamentarischen Beratungen in den Gesetzeswortlaut eingegangen (Vierhaus, Abgeordnetenhause, S.559; vgl. Walker, Vergleich, S.275). 344Siehe Klein, Zivilprozeß, S.272. 345Klein, Zivilprozeß, S.164. 346Klein, Bemerkungen CPO, S.212f.; vgl. Klein, Parteienvertretung, S.40. 347Zum vorangehenden Absatz vgl. Walker, Vergleich, S.293f.m. w. H. 348Klein, Bemerkungen CPO, S.213; vgl. Klein, Parteienvertretung, S.40f.
        

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