jedem Falle bot die Möglichkeit der sofortigen Urteilsfällung dem Gericht aber einen Mechanismus, der unter Umständen das prozessöko- nomische Verfahren auch prozessökonomisch abzuschliessen erlaubte. 15.Prozesskosten und Kostenersatz Die Frage nach den Prozesskosten trennte Klein von derjenigen des Kostenersatzes. Trotz Kostenersatzes der unterliegenden an die obsie- gende Partei, so Klein, «hört jedoch ein allzu teurer Prozeß nicht auf, sozial schädlich zu sein.»322 Als Faustregel, um beurteilen zu können, ob und inwiefern der konkrete Zivilprozess dem Gebot der Billigkeit ent- spricht, nannte Klein den 
Vergleich zwischen Prozesskosten und konkre- tem Streitwert. Es handelte sich dabei laut Klein um die Prozessökono- mie «in Ansehung des Geldaufwandes,hier läßt es sich nachrechnen. Eine je größere Quote des Streitwertes der regelmäßige Prozeßaufwand (Kosten einzelner Prozeßakte, Anwaltsgebühren, staatliche Abgaben) darstellt, desto unwirtschaftlicher ist der Prozeß und desto fragwürdiger wirkt er als soziale Institution.»323 Jeweils vorausgesetzt, dass der Zivil- prozess seine Zwecke allesamt erfüllte: Je geringer die Prozesskosten gegenüber dem Streitwert ausfielen, desto prozessökonomischer, weil billiger war der Zivilprozess. Je mehr sich die Prozesskosten dem Streit- wert näherten oder ihn gar überstiegen, umso mehr fehlte es an Prozess- ökonomie. Für die Erstattung von ordentlichen und ausserordentlichen Prozesskosten sah Klein deswegen eine Reihe von Vorschriften vor, die er mit den folgenden Worten charakterisierte: «Alle diese Bestimmungen verkünden, daß man sich im Bereiche eines Prozeßrechtes befinde, das [...] ein rascheres Verfahren und das Vermeiden unnützer, unwirksamer Prozeduren ernstlich will und 
erstrebt[.]»324 Grundsätzlich folgte die Pflicht zur Erstattung der 
ordentlichen, not- wendigerweise entstehenden Prozesskosten (objektiv) dem Masse des 182§ 
4 Prozessökonomische Mechanismen 322Klein, Zivilprozeß, S.195. Vgl. Esser, S.44. 323Klein, Zivilprozeß, S.194. 324Klein, Zivilprozeß, S.165. Vgl. Schima, S.259.
        

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