führte Protokollierung unter gerichtlicher Leitung würde das Verfahren somit weder übermässig verlangsamen, noch zu allzu häufigen Unter- brechungen führen.302 Im Verfahren vor Gerichtshöfen ersetzte das gerichtliche Protokoll bereits in vielfacher Hinsicht den Schriftsatz für Anträge, Gesuche und Beschwerden; so zum Beispiel beim Antrag auf prozessleitende Verfü- gungen, bei Ablehnung von Sachverständigen, beim Antrag auf Ergän- zung oder Verbesserung der Beweisaufnahme oder beim Gesuch um Beweissicherung.303 Im bezirksgerichtlichen Verfahren kamen noch wei- tere Möglichkeiten zum Einsatz des gerichtlichen Protokolls hinzu.304 Insofern trug die Protokollierung auch zur prozessökonomischen Ein- dämmung von teuren und umfangreichen Schriftsätzen bei. 12.Gerichtliche Strafbefugnisse Als 
gerichtliche Sanktionsbefugnisse im weiteren Sinne stellte die öster- reichische Zivilprozessordnung von 1895 insgesamt vier prozessökono- mische Mechanismen bereit, die dem Grundsatz nach kumulierbar305 waren: 1.Präklusion oder gerichtliche Zurückweisung;306 2.nachträglicher Kostenersatz, das heisst Schadenersatz und Haftung;307 3.Ordnungsstrafen [a)]; 4.Mutwillstrafen 
[b)]. Gerichtliche Strafbefugnisse im engeren Sinne waren allein die beiden letztgenannten Ordnungs- sowie Mutwillstrafen. Ein Beispiel veran- schaulicht, wie alle diese prozessökonomischen Mechanismen zusam- menwirkten: Wenn Zeugen (§ 326 Abs. 2 i. V. m. § 333 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 4 Ö-CPO) und Sachverständige (§ 354 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 178§ 
4 Prozessökonomische Mechanismen 302Vgl. Klein, Bemerkungen CPO, S.274–276 m. w. H. 303Klein, Zivilprozeß, S.281. 304Siehe unten unter §  4/II./2./b) und g). 305Siehe Klein, Zivilprozeß, S.272. 306Siehe oben unter §  4/I./9./b) und c) sowie §  4/I./10./h)/aa) und bb). 307Siehe unten unter §  4/I./15.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.