Das Protokoll, gründlich, aber straff und ohne Beeinträchtigungen der Mündlichkeit oder Unmittelbarkeit der Verhandlung geführt,288 erfüllte folglich eine 
«prozeßwirtschaftliche, [...] 
ökonomisierende Wir- kung»289,denn es hielt den Verhandlungsinhalt der mündlich-unmittel- baren Verhandlung fest, sicherte ihn gegen Vergessen und dokumentierte ihn für alle späteren Phasen des Zivilprozesses in greifbarer Form.290 Die Protokollierung kam der Raschheit des Zivilprozesses zugute, weil sie unnötige Wiederholungen des Verhandlungsinhaltes nach Vertagungen verhinderte und damit die Verfahrensdauer verkürzte; sie kam der Bil- ligkeit des Zivilprozesses zugute, weil sie von Amtes wegen zu beachten war und so auch die allfälligen Rechtsmittelverfahren automatisch mit einer verlässlichen, übersichtlichen schriftlichen Grund- und Ausgangs- lage versorgten, wodurch diese vereinfacht und so verbilligt wurden.291 Insbesondere ermöglichte die Protokollierung, im Berufungsver- fahren von einer zwingenden, unmittelbaren Teilnahme der Parteien abzusehen, prozessökonomisch eine Wiederholung der erstinstanzlichen mündlich-unmittelbaren Verhandlung in der Berufung auszusparen sowie die Berufung auf eine Überprüfung des erstinstanzlichen Urteils zu beschränken.292 Überdies gestattete die Protokollierung schliesslich bei der Revision in dritter Instanz, grundsätzlich ohne mündliche Ver- handlung allein aufgrund der Protokolle (und Akten) über das ange- fochtene Berufungsurteil zu entscheiden.293 Obwohl bei der Protokol- lierung ein grösserer Zeit- und Arbeitsaufwand entstand, indem die Par- teien einbezogen wurden und direkt Ergänzungen oder Änderungen vorbringen konnten (§ 212 Ö-CPO), zahlte sich solch ein Mehrauf - wand in erster Instanz in den höheren Instanzen wiederum aus. Denn dadurch traten alle Unstimmigkeiten zeitnah erstinstanzlich zutage und konnten festgehalten und sogleich ausgeräumt werden. Ansonsten 176§ 
4 Prozessökonomische Mechanismen 288Vgl. Klein, Gesetzentwürfe, S.46f.m. w. H. Ein Beispiel anhand eines Falles erläu- terte Klein, Mündlichkeitstypen, S.71–74. 289Klein, Zivilprozeß, S.236, Hervorhebung E. S.; vgl. Klein, Mündlichkeitstypen, S.6 m. w. H. 290Klein, Zivilprozeß, S.236. 291Klein, Pro futuro, JBl 20 (1891), S.42, vgl. S.54; Klein, Bemerkungen CPO, S.348; Klein, Gesetzentwürfe, S.29f.; Klein, Zivilprozeß, S.237; vgl. Klein, Mündlich- keitstypen, S.39. 292Klein, Pro futuro, JBl 20 (1891), S.42 und S.54. 293Klein, Gesetzentwürfe, S.30.
        

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