setzte, dass ein parteiseitiges Verschulden am präkludierten Vorbringen fehlte, war es sämtlichen vom Gericht als verschuldet verspätet oder als verschleppend zurückgewiesenen Vorbringen verschlossen. Sie alle wur- den stattdessen auf das ordentliche Rechtsmittel der Berufung verwie- sen, in deren Verfahren die Gründe für den gerichtlichen Zurückwei- sungsbeschluss widerlegt und die Berücksichtigung des tatsächlichen und beweislichen Vorbringens erwirkt werden konnten.279 Von prozessökonomischer Warte aus betrachtet, führte das Wie- deraufnahmeverfahren zu folgendem 
Gesamtbild: Die Wiederauf - nahmsklage diente unmittelbar der Erforschung der materiellen Wahr- heit, indem sie ermöglichte, das erstinstanzliche Verfahren nochmals aufzunehmen und im Nachhinein neue erhebliche, vormals unverschul- det unterbliebene Vorbringen nachzureichen. Insofern wirkte die Wiederaufnahme korrigierend und kompensatorisch gegenüber der Pro- zessökonomie und den prozessökonomischen Präklusionen im erstin- stanzlichen Verfahren entgegen. In mittelbarer Weise trug die Wieder- aufnahmsklage aber in Reflexwirkung sehr wohl auch zur Prozessöko- nomie im erstinstanzlichen Verfahren bei. Sie veranlasste die Parteien «zur gewissenhaften Vorbereitung der Verhandlung und zu sorgfältiger und loyaler Prozeßführung»280 im erstinstanzlichen Verfahren, weil sie im Wiederaufnahmeverfahren präkludierte, zurückgewiesene Vorbrin- gen nur bei fehlendem Verschulden nachtragen konnten.281 In prozess- ökonomischem Sinne galt es für die Parteien deshalb, ihr Vorbringen bereits in erster Instanz möglichst rasch und vollständig beizusteuern und jedwede diesbezügliche Nachlässigkeiten, welche bereits als Ver- schulden galten und die Wiederaufnahme ausschlossen, zu vermeiden. 11.Protokollierung Klein war überzeugt, dass es gelingen würde, das mündliche und unmit- telbare Verfahren des Zivilprozesses darüber hinaus den prozessökono- mischen Zielen der Raschheit, Billigkeit und Effizienz dienstbar machen 174§ 
4 Prozessökonomische Mechanismen 279Klein, Zivilprozeß, S.271 m. w. H.; Walker, Vergleich, S.300 m. w. H. 280Klein, Zivilprozeß, S.468. 281Klein, Zivilprozeß, S.468, vgl. S.279.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.