Gerade die 
Editionsklage des früheren Zivilprozessrechts hatte immense Verzögerungen hervorgerufen. Falls sich eine Urkunde bei einer dritten Privatperson befand und sich eine Partei im Zivilprozess darauf berief, musste mittels Editionsklage ein separater Prozess ange- hoben werden, um deren Herausgabe als Beweismittel herbeizuführen. Dieser Prozess und ebenso das allenfalls folgende Vollstreckungsverfah- ren dauerten überaus lange und währenddessen war das ursprüngliche Verfahren gehemmt. Jede ernst gemeinte Editionsklage und umso mehr die aus reiner Schikane angestrengte Editionsklage legten den Zivilpro- zess dadurch zwangsläufig lahm.265 (2) Die 
zweite Fallkonstellation betraf voraussichtliche Kosten. Falls bei der Beweisaufnahme Kosten entstehen würden, so zum Beispiel für die Entlohnung von Zeugen und Sachverständigen, konnte das Gericht unter einer Fristansetzung dem Beweisführer die Hinterlegung eines Kostenvorschusses dafür auferlegen (zum Beispiel bei Zeugen § 332 Abs. 1 Ö-CPO). Dieselben Rechtsfolgen wie in den zuvor unter (1) genannten Fällen traten ein (zum Beispiel bei Zeugen § 332 Abs. 2 Ö-CPO), in der zweiten Fallkonstellation allerdings nur, sofern das Gericht das Unterbleiben des Kostenvorschusses in Würdigung aller Umstände ausdrücklich als ungerechtfertigt oder mutwillig erachtete. Zudem band der Antrag zur Fortführung des Hauptverfahrens das Gericht diesfalls 
nicht.266 cc)Kompensatorisches Wiederaufnahmeverfahren Klein beabsichtigte zugunsten der materiellen Wahrheit auf dem Wege der 
Wiederaufnahmsklage (§ 530 Ö-CPO) und des zugehörigen, eigen- ständigen Wiederaufnahmeverfahrens jenes Vorbringen der Parteien, das ins erstinstanzliche Verfahren nicht eingegangen war, später doch noch berücksichtigen zu können.267 Dies sollte möglich sein, «wenn die Partei in Kenntnis von neuen Thatsachen gelangt oder Beweismittel auffindet oder zu benützen in den Stand gesetzt wird, deren Vorbringen und Benützung im früheren Verfahren eine ihr 170§ 
4 Prozessökonomische Mechanismen 265Zum vorangehenden Absatz Klein, Bemerkungen CPO, S.309, vgl. auch S.310–313, je m. w. H.; siehe Klein, Pro futuro, JBl 19 (1890), S.555. 266Zum vorangehenden Absatz Klein, Zivilprozeß, S.268f.m. w. H. 267Vgl. Klein, Bemerkungen CPO, S.370.
        

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