grundsatz» oder von der «Freiheit des Vorbringens» oder dergleichen gesprochen und damit häufig Ähnliches, Gleiches und zuweilen Identi- sches bezeichnet.157 Für die vorliegend infrage stehende 
Terminologie und Auffassung Franz Kleins muss in dieser Hinsicht dreierlei unter- schieden werden: (1) die Eventualmaxime; (2) die Rechtsfolge der Prä- klusion; (3) die gerichtliche Zurückweisungsbefugnis mit Präklusions- wirkung. (1) Die 
Eventualmaxime fasste Klein in einem strengen und umfas- senden Sinne auf. Demgemäss bedeutete sie, dass zwecks 
Konzentration sämtliches parteiseitiges Vorbringen in und bis zum Ende einer bestimm- ten Phase des Verfahrens bei Gericht auf einmal eingebracht werden musste, ansonsten war es nicht mehr zulässig; dasselbe galt hinsichtlich parteiseitiger Prozesshandlungen. Die Rechtsfolge betreffend unterblie- benes Vorbringen oder unterlassenes Handeln war somit infolge der Eventualmaxime dessen Präklusion, das heisst, es war im weiteren Ver- fahrensverlauf qua Norm der Zivilprozessordnung ausgeschlossen. Eine derartig strikte Eventualmaxime liess sich laut Klein in der Zivilprozess- ordnung einfach in einer Vorschrift in globo anordnen und für die gerichtliche Rechtsanwendung weitestgehend zweifelsfrei regeln, so dass kaum gerichtliches Ermessen oder Handlungsspielraum benötigt wurde. Einer Eventualmaxime kam damit grundsätzlich ein Höchstmass an «säubernder und beschleunigender Kraft»158 zu, wie Klein urteilte. Sie eignete sich namentlich für ein schriftliches Verfahren, bei dem alle Vor- bringen in unabänderlichen Schriftsätzen zu einem eindeutigen Zeit- punkt eingebracht werden mussten. In einem 
Verfahren mit mündlich-unmittelbarer Verhandlung hin- gegen hielt Klein eine «spröde Eventualmaxime»159 schlechterdings für nicht anwendbar.160 Eine mündlich-unmittelbare Verhandlung erforderte seines Erachtens teils differenziertere und teils anpassungsfähigere Lösungen im Gegensatz zur pauschalen Eventualmaxime, welche gleich- wohl die prozessökonomische Funktion der Eventualmaxime erfüllten. 149 
I. Gerichtshofverfahren 157Siehe Oberhammer/Domej, Delay, S.268; zur Konzentrationsmaxime siehe in die- sem Zusammenhang auch Willmann, S.26f. 158Klein, Pro futuro, JBl 20 (1891), S.4. 159Klein, Zivilprozeß, S.267. 160Klein, Pro futuro, JBl 20 (1891), S.4; Klein, Bemerkungen CPO, S.266; Klein, Zivil- prozeß, S.267. Oberhammer/Domej, Delay, S.268f.; vgl. von Stosch, S.40f.
        

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