Antrag der Gegenpartei, ohne dass eine mündliche Verhandlung hierü- ber abgehalten wurde, zurückweisen; ebenso musste das Gericht allen- falls infolge des Antrags bereits ergangene Tagsatzungsanberaumungen oder Fristsetzungen für unwirksam erklären (§ 169 Satz 2 Ö-CPO).149 9.Präklusion statt Eventualmaxime Klein zog die Präklusion der Eventualmaxime vor. Die Eventualmaxime war zwar schon immer als mustergültiger prozessökonomischer Mecha- nismus angesehen worden und wies dementsprechend eine lange Tradi- tion und vielfache Bewährung auf [a)]. Doch Klein grenzte die Eventu- almaxime gegenüber der Präklusion und der gerichtlichen Zurückwei- sungsbefugnis ab [b)] und bevorzugte die begrenzte gesetzliche Präklusion kombiniert mit einer individuellen gerichtlichen Zurückwei- sungsbefugnis mit Präklusionswirkung gegenüber einer radikalen, undifferenzierten Eventualmaxime [c)]. Die Aufhebung und damit die Möglichkeit zur Kompensation von Präklusionen bot die Wiedereinset- zung [d)]. a)Die traditionsreiche Eventualmaxime Die 
Eventualmaxime war schon zu Zeiten Kleins – und ist es bis heute geblieben – der Inbegriff eines prozessökonomischen Mechanismus im Zivilprozessrecht. Die Eventualmaxime hatte im Zivilprozessrecht eine lange Tradition und richtete sich seit jeher gegen die Verschleppung des Prozesses.150 Den Grundgedanken derEventualmaxime umschrieb Georg Wilhelm Wetzell 1878 folgendermassen: «Um der durch das successive Vorbringen concurrirender Angriffs- oder Vertheidigungsmittel ermöglichten Verschleppung des Verfahrens vorzubeugen, soll der Richter das gleichzeitige Vor- bringen, die Cumulation derselben vorschreiben, und dieserhalb gleichfalls einen Termin oder eine Frist mit Androhung der Präclu- sion anordnen dürfen.»151147 
I. Gerichtshofverfahren 149Zum vorangehenden Absatz Klein, Zivilprozeß, S.258 m. w. H. 150Siehe statt vieler Wetzell, S.964–979 [§  71]. 151Wetzell, S.967 [§  71], im Kontext des kanonischen Rechts.
        

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