pungsmittel»50 darstellte, weil beispielsweise mittels Bestreitung der Zuständigkeit der Zivilprozess über Monate und Jahre hinweg gehemmt und durch alle Instanzen hindurch verzögert werden konnte, gleich - gültig ob diese Einrede letztlich materiell begründet war oder nicht.51 Das war bedenklich, weil es im Ergebnis mangels rechtzeitigen Rechts- schutzes darauf hinauslief, als ob ein materiellrechtlicher Anspruch überhaupt nicht bestünde.52 Die prozesshindernden oder gerichtsableh- nenden Einreden verursachten in missbräuchlicher Verwendung als «in der Regel nur eine nebensächliche Vor- und Formfrage»53 eine Menge «ganz 
ungerechtfertigten Aufwandes an Mühe, Zeit und Kosten, mit dem für die Ordnung des Meritums in der Regel nicht das geringste gewon- nen ist.»54 Daher hatte das Gericht künftig die sachliche und örtliche 
Zustän- digkeit von Amtes wegen bei Anhebung des Zivilprozesses eingehend zu prüfen. Ehe es eine erste Tagsatzung anberaumte, überprüfte es ex offi- cio seine Zuständigkeit und die Prozessfähigkeit der Parteien und stellte im Falle eines Mangels die Klage zurück (§ 230 Abs. 2 Ö-CPO). Pas- sierte die Klage diese Vorprüfung, wurde eine erste Tagsatzung ange- setzt, an welcher, der eigentlichen Streitverhandlung vorgezogen und insgesamt konzentriert, alle weiteren hemmenden oder Nichtigkeit bewirkenden Fragen behandelt wurden.55 «So unerhört das vom Standpunkte des alten Processes sein mag, heute darf der Richter, wenn er den Proceß gut leiten will, solche Calculationen [über die Begründetheit der Prozesseinrede, E. S.] nicht ablehnen. Sie gehören zu seinen Pflichten, weil es nach dem Gesetze seine Pflicht ist, für einen 
raschen, durchaus zweckentspre- chenden und billigen Verlauf des Processes, für eine baldige Urt- heilsschöpfung zu sorgen, weil die 
Verhandlung nicht durch Weit- 126§ 
4 Prozessökonomische Mechanismen 50Klein, Zivilprozeß, S.120; vgl. Klein, Gesetzentwürfe, S.9; Klein, Praxis, S.90. 51Klein, Zivilprozeß, S.120, vgl. S.97; vgl. Klein, Bemerkungen CPO, S.295; Klein, Praxis, S.89. 52Vgl. Klein, Bemerkungen CPO, S.296. 53Klein, Zivilprozeß, S.131. 54Klein, Zivilprozeß, S.97, Hervorhebungen E. S., vgl. S.116; vgl. auch Klein, Pro futuro, JBl 19 (1890), S.579f. 55Zum vorangehenden Absatz Klein, Zivilprozeß, S.121 und S.123. Kralik, S.90 m. w.N.
        

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