nicht»35,dienen sollte. In den vier Stufen des Zivilprozesses, wo von Stufe zu Stufe die Anzahl der Fälle stark abnimmt, nämlich von (1) Kla- geneinbringungen über (2) meritorische Verhandlungen über (3) tatsäch- lich ergehende erstinstanzliche Urteile hin zu (4) den Rechtsmittelin- stanzen, war die erste Tagsatzung zwischen der Klageerhebung und der meritorischen Verhandlung eingefügt.36 Jedes Verfahren, das die erste Tagsatzung nicht passierte und nicht zu einer (womöglich sich im Nach- hinein als unnötig erweisenden) Streitverhandlung vordrang – sei es infolge Verzichts, Anerkenntnisses oder Versäumnisurteils – entlastete das Gericht und erlaubte ihm, sich stattdessen den sich als nötig heraus- stellenden Streitverhandlungen zu widmen.37 Rechtsschutz hiess für Klein nicht, dass in jedem Fall ein kontradiktorisches Urteil ergehen musste. Faktisch denselben Endzweck des Rechtsschutzes wie ein bis zum rechtskräftigen Urteil durchgeführter Zivilprozess erfüllte im Grossteil der Fälle die unmittelbar drohende Anhebung eines Zivilpro- zesses, weil sie als deutliche Aufforderung zur Anerkennung oder Ein- räumung eines subjektiven Rechts diente und diese auch bewirkte.38 Mit Hilfe der ersten Tagsatzung sollte vorab festgestellt werden, ob es sich um eine solche Aufforderung handelte oder es tatsächlich einer mündlichen, kontradiktorischen, meritorischen Verhandlung bedürfen würde. Alle unnötigen, weil bloss als unmissverständliche Aufforderung gedachten Fälle wurden dadurch zum Voraus ausgeschieden. Darüber hinaus sollte die erste Tagsatzung bei all jenen Fällen, bei denen sich eine Verhandlung aufgrund der ersten Tagsatzung als erforderlich erwies, auch über die Belange Klarheit schaffen, die später die meritorische Ver- handlung als Nebenpunkte und Nebensächliches unterbrechen, beein- trächtigen oder verzögern würden.39 Sie alle galt es prozessökonomisch in der ersten Tagsatzung vor die Klammer zu ziehen, so dass die spätere Hauptverhandlung darauf aufbauen konnte und sich nicht mehr damit beschäftigen musste. Die erste Tagsatzung, eingangs des Zivilprozesses 123 
I. Gerichtshofverfahren 35Klein, Zivilprozeß, S.261 m. w. H. Siehe Sprung, Zielsetzungen, S.345f. 36Klein, Zivilprozeß, S.261; vgl. Klein, Parteienvertretung, S.18. 37Vgl. Klein, Gesetzentwürfe, S.52; Klein, Zivilprozeß, S.390. 38Vgl. Klein, Zivilprozeß, S.390 und S.394. 39Klein, Bericht, S.63.
        

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