Herausgeber:
Sonstige universitäre Einrichtungen
Erscheinungsjahr:
2014
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000366724/29/
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kónne. 
Einem Eintrag in Fannys Tagebuch vom 6. Juni 1869 ist zu entnehmen, dass der 
Großherzog von Weimar den Wünsch äußerte, die Sieben Raben im Winter in Weimar 
aufführen zu lassen. Am 9. September frage Rheinberger, ob er Karl Alexander, dem 
Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach den Klavierauszug widmen dürfe. Am 
28.September erhielt Rheinberger folgende Antwort des großherzoglich Sachsen- 
Weimarischen Hofintendanten Baron Loen: „Sc. Königliche Hoheit der Großherzog 
werden die Dedikation des Klavierauszuges Ihrer Oper "Die sieben Raben" gern 
annehmen und haben mir befohlen, Ihnen dies mitzutheilen.“®” Am 19. November 1869 
schreibt jedoch Hedwig von Holstein, die Frau von Franz von Holstein an Fanny: 
In Weimar verlautet auch nichts, Franz thut dort keinen Schritt mehr. Neulich war Herr v. Milde hier - 
an der Oper in Weimar angestellt & von EinfluB - Franz fragte nach unsern beiden Opern, d.h. ob in 
Weimar an die Aufführung gedacht werde - er hat gesagt, vom Haideschacht sei vorübergehend die 
Rede gewesen, von den 7 Raben wisse er garnicht! Das sind schóne Erfolge nach einem so 
hoffnungsvollen Anfang! Sie wissen doch, dal der 1. Capellmeister Lassen in Weimar ganz 
Wagnerianer ist & nichts andres aufkommen lassen will [.. 18 
Am 23. Oktober 1869 kam eine weitere Anfrage für die Sieben Raben, diesmal aus 
Kassel. Der Hofkapellmeister in Kassel, Carl Reib, schreibt an Rheinberger, dass 
Lachner ihm die Oper empfohlen hatte. Deshalb bittet er Rheinberger baldmóglichst um 
die Partitur. Reib hatte die Oper bei der Intendanz befürwortet und hofft auf eine 
Aufführung in der folgenden Saison. Reif schickte aber am 22. Juni 1870 die Partitur 
wieder zurück, da sie zurzeit nicht besetzt werden kónne. ? 
Hedwig von Holstein schreibt in einem Brief an Fanny vom 14. Februar 1870, ob sie 
denn die Raben in Leipzig noch nicht eingereicht haben. Franz hátte zwar nicht so viel 
Einfluss, sie aber zumindest ein „gutes Mundwerk^* wenn es darum geht, ein Werk zu 
loben. In einem weiteren Brief vom 29. April 1870 von Hedwig von Holstein an 
Fanny ist zu lesen, dass Franz von Holstein bei Gelegenheit der dortigen Aufführung 
  
*^ Vgl. Fanny Rheinberger, Tagebucheintrag vom 22. September 1869 und 6. Dezember 1869, in: Briefe 
und Dokumente, Bd. 3, S, 113, 140. 
?" Brief an Rheinberger, 28. September 1869, in: Briefe und Dokumente, Bd, 3, S. 117. 
** Hedwig von Holstein an Fanny, 19. November 1870, in: : Josef Gabriel Rheinberger, Briefe und 
Dokumente seines Lebens, Bd. 4, hg, von Harald Wanger und Hans-Josef Irmen, Vaduz 1984, S. 27. 
® Vgl. Reiß an Rheinberger, 23. Oktober 1869 und 8. Dezember 1869, in: Briefe und Dokumente, Bd. 3, 
S. 127, 142; vgl. auch Fannys Tagebuch, 1870ff. 
? Vgl. Hedwig von Holstein an Fanny, 14. Februar 1870, in: Briefe und Dokumente, Bd. 3, S. 157. 
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