Herausgeber:
Sonstige universitäre Einrichtungen
Erscheinungsjahr:
2014
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000366724/26/
3.4.2. Rezensionen zur Musik 
Neben der bereits demonstrierten Darstellung, wie das Libretto der Oper von den 
Rezensenten beurteilt wurde, soll nun auch der Gesichtspunkt der Musik nicht außen 
vor gelassen werden. Im Gegensatz zu Bonns Libretto bekam die musikalische 
Inszenierung Josef Rheinbergers weitgehend gute Kritiken. 
Das Musikalische Wochenblatt berichtet nicht nur ausführlich über das Libretto, sondern 
auch über die Musik. Es wird berichtet, dass sich im Allgemeinen die Ausbeute der 
Musik erfreulicher sei. Die Bedeutung der Oper muss auf dem Gebiet der musikalischen 
Seite gesucht werden." Da der Bericht üuBerst umfassend ist und sich über drei 
Ausgaben erstreckt, werden hier nur die wichtigsten Aussagen wiedergegeben: 
Die musikalische Seite, noch genauer, die künstlerische Arbeit trágt allenthalben den Sieg über die 
dramatische davon. Rheinberger liebt es, den tüchtig geschulten Musiker hervortreten zu lassen und 
hat damit seinem Werke ein stark betontes specifisch musikalisches Geprüge aufgedrückt. Wir 
betonen diese Eigenschaft als einen Vorzug gegenüber der auf dem Gebiete der modernen 
Operncomposition stark hervortretenden Richtung, weiche über dem Bestreben, die Situationen und 
Empfindungen im Einzelnen zu charakterisiren, den Gesichtspunct des allgemein-musikalischen mehr 
und mehr aus dem Auge verliert. 
Im dritten Teil der Besprechung heißt es noch, dass „die künstlerisch tüchtige Arbeit 
und volle Anerkennung abnöthigt.“”© 
Im zweiten Teil der Besprechung und zu Beginn 
des dritten Teils wird die Oper vom ersten bis zum dritten Akt abschnittsweise durch 
besprochen. 
In der Beilage zur Allgemeinen Zeitung berichtet Wilhelm Heinrich Riehl, dass die 
Lieder, Arien, Duette, Terzette und Quartette seelenvoll und melodiereich seien. 
Allerdings begleiten seltsamerweise nicht die Sänger das Orchester, sondern umgekehrt, 
es begleitet die Sänger. Da eine deutsche Oper die vordergründig schöne Musik hat, 
schon nahezu etwas Neues geworden sei, verdient diese besondere Beachtung. 
Desweiteren überrascht Rheinberger mit einer lyrischen Oper bei welcher die rein 
instrumentalen Nummern weniger gelungen sind als die gesungenen." Riehls 
Schlusswort: ,,Es wird heutzutage viele Musik componirt die hóchst interessant ist und 
  
* Vgl. A. Maczewski, Die Sieben Raben, in: Musikalisches Wochenblatt, 11. März 1870, 1. Jg. Nr. 11, S. 
165. 
5 A. Maczewski, Die Sieben Raben, in: Musikalisches Wochenblatt, 11. März 1870, 1. Jg. Nr. 11, S. 165. 
A. Maczewski, Die Sieben Raben, Oper in 3 Acten von FBonn, Musik von Jos. 
Rheinberger, in: Musikalisches Wochenblatt, 25. März, 1. Jg, Nr. 13, S. 197. 
7 Vgl. Wilhelm Heinrich Riehl, Die Sieben Raben. in: Beilage zur Allgemeinen Zeitung, 28. Mai 1869, 
Nr. 148, ,,Familienarchiv Rheinberger", Signatur: RhFA Dok 5/15, S. 22TT. 
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