–Eine Erklärung, aus der Kirchgemeinde oder der Kantonalkirche auszutreten, gilt als solche, aus der Kirche auszutreten, worauf hin- zuweisen ist. –Eine Austrittserklärung, die mit einer Erklärung verbunden ist, der Kirche weiterhin angehören zu wollen, ist 
unzulässig. VI.Postscriptum: innerkirchliche Folgen des staats kirchen - rechtlich angenommenen Kirchenaustritts Obwohl es, wie dargelegt, staats- und staatskirchenrechtlich offen blei- ben muss, ob die mit staatsrechtlicher Wirkung ausgetretene Person in jedem Fall innerkirchlich auch nicht mehr als Glied der Kirche angese- hen wird,30ist es im System der öffentlich-rechtlichen Anerkennung nicht ohne Bedeutung, wie sich die römisch-katholische Kirche dazu verhält. 1.«Zweifelsohne verletzt der Kirchenaustritt mit dem Ziel, sich von der Kirchensteuerpflicht zu befreien, die Erfüllung zweier Grundpflich- ten jedes/jeder Gläubigen, nämlich die Pflicht, auch im ‹eigenen Verhal- ten immer die Gemeinschaft mit der Kirche zu wahren› (c. 209), und die Pflicht zur finanziellen Unterstützung der Kirche für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben (c. 222 § 1).»31Darauf stützt sich die Deutsche Bischofs- konferenz ausdrücklich in einem kurz vor dem Urteil des Bundesver- waltungsgerichts im Fall Zapp erlassenen Dekret32ab, welches vom Vati- kan bestätigt wurde. Es legt die kirchlichen Rechtsfolgen dar, die jeder Kirchenaustritt nach sich zieht: Verbot des Empfangs der Sakramente der Busse, Eucharistie, Firmung und Krankensalbung sowie die Unmög- lichkeit, kirchliche Dienste und Ämter wahrzunehmen. Die Richtlinien der Bistümer Basel und Chur, die nach der Praxis- änderung, die das Bundesgericht vornahm, geschaffen wurden, gehen 274Giusep 
Nay 30 Siehe S. 264. 31 So Sabine Demel, Handbuch Kirchenrecht – Grundbegriffe für Studium und Praxis, 2. Aufl. Freiburg i. Br. 2013, S. 318, gestützt auf die angeführten can. des Codex iuris canonici (CIC). 32 Allgemeines Dekret der Deutschen Bischofskonferenz zum Kirchenaustritt vom 20. September 2012.
        

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