ber 1910 anlässlich der Eröffnung des Ständerates auf die drei Staatsbe- suche zurück:24 «Der Eidgenossenschaft wurde diesen Sommer die ungewöhnliche Ehre des Besuches der Präsidenten der drei Republiken Frankreich, Brasilien und Argentinien der Herren Fallières, Fonseca und Peña zuteil. Wir wissen diese Ehre zu schätzen. Der Besuch des Herrn Fallières war der letzte, den die Staatsoberhäupter unserer Nach- barmächte im Laufe der Jahre bei uns abgestattet haben. Er durfte als der Ausdruck der Befriedigung unseres westlichen Nachbars über die Regelung der pendenten Fragen wegen der Zufahrtslinien zum Simplon gelten. Wir beglückwünschen den Bundesrat dazu, dass er den Herrn Präsidenten der Schwesterrepublik in der Bun- deshauptstadt empfangen und dass er in den getroffenen Anord- nungen die Achtung unseres Landes gegenüber Herrn Fallières in einer unsern Sitten wohlanstehenden Bescheidenheit zum würdigen Ausdruck gebracht hat. Die Präsidenten der eidgenössischen Räte haben auf Einladung des Bundesrates die beiden parlamentarischen Körperschaften bei diesem Empfange vertreten. Wir hoffen, Herr Fallières habe von seinem Besuche das Bewusstsein mit nach Hause genommen, wie sehr die Schweiz Wert legt auf die guten Beziehun- gen mit Frankreich, die auf der gleichmässigen Respektierung der beiderseitigen Rechts- und Interessensphären aufgebaut sind.» Nach dem Besuch des französischen Präsidenten war es nur folgerichtig, dass auch der deutsche Kaiser vom 3. bis 6. September 1912 die Schweiz besuchte.25Noch vor dem Weltkrieg setzte eine intensivere Pflege der schweizerischen Aussenbeziehungen ein. Das war nötig geworden we - gen des intensiven internationalen Handels sowie wegen der Auswande- rung vieler Schweizer nach Übersee. Die Schweiz begann sich aus ihrer isolationistischen Haltung zu lösen. 20Andreas 
Kley 24 Vgl. BBl 1910 V 189 ff., insb. S. 189 f. 25 Vgl. Politisches Jahrbuch der schweizerischen Eidgenossenschaft, Bd. 26/1912, S. 515 ff. Siehe dazu Bundespräsident Forrer, Rede am Bankett vom 6. 9. 1912 an den deutschen Kaiser Wilhelm II sowie Rede des Deutschen Kaisers Wilhelm II, BBl 1912 IV 283 ff. = Politisches Jahrbuch der schweizerischen Eidgenossenschaft, Bd. 26/1912, S. 682 ff. = Diplomatische Dokumente der Schweiz, Bd. 5, Nr. 327.
        

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