davon ausging, dass das Kastell in Schaan mit acht Türmen flankiert war. Johannes Büchel 
ging bei einer neu bearbeitetet Neuauflage von Peter Kaisers Geschichte des Fürstentum 
Liechtensteins von der selben Vermutung aus. Dies führte zum geschichtlichen Fehlschluss, 
dass das Kastell in Schaan Oktodurum geheissen hätte. Heutzutage wissen wir erstens, dass 
Oktodurum das heutige Martigny ist und dass das Kastell Schaan höchstens sieben Türme 
hatte. 
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bemühte sich K.K. Konservator Samul Jenny um die Ró- 
merforschung in Voralberg und im Fürstentum Liechtenstein. Er fragte beim Landesverweser 
um die Erlaubnis von Grabungen am Standort des Schaaner Kastell an, jedoch wurde dies im 
zu einem grossen Teil nicht gestattet, so dass er auf seine Pläne verzichtete. Jedoch kam es im 
Jahre 1893 unter der Aufsicht des Landesverweser zu unprofessionnellen Ausgrabungen. 
Diese Grabung wurde erstmals im Bericht von David Beck im 58. Jahrbuch des historischen 
Vereins für das Fürstentum Liechtenstein erwähnt. Auf Grund der Unprofessionnalität dieser 
Ausgrabungen konnten leider weder Funde an Gegenständen gemacht werden noch wurden 
neue wesentliche Erkenntnisse gemacht. 
Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts waren die Historiker der Auffassung, dass das Kastell 
Schaan unter diocletianischer Zeit erbaut worden ist, auch auf Grund der Aehnlichkeit mit 
dem Kastell in Irgenhausen (Kanton Zürich) und mit verschiedenen Kastellen aus 
diocletianischer Zeit in Transjordanien und in Nordafrika. '° Heutzutage ist man sich sicher, 
dass es erst in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts erbaut worden ist. Auf dieses Problem 
werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zurückkommen. 
3.2. Ausgrabungen im Jahre 1956/57 unter der Leitung von David Beck 
Anfang der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts machte es sich der Historische Verein für das 
Fürstentum Liechtensteins zur Aufgabe, den vielen Fragen und Ungewissheiten über das 
Kastell Schaan ein Ende zu setzen. In den Jahren 1956/57 versuchte man unter der Leitung 
von David Beck so viel wie möglich auszubuddeln und zu konservieren. Jedoch lies sich nicht 
die ganze Fläche bearbeiten, da einerseits die Petruskapelle an der Nordseite und anderseits 
Privathäuser an der Süd- und Westseite auf diesem Boden standen und immer noch stehen. 
Die Gemeinde Schaan nimmt Rücksicht auf diese Besonderheit, indem sie in der Bauordnung, 
Kapitel C ,Bau- und Gestaltungsvorschriften", Artikel 29 „Gestaltung“, Punkt 2 auf das 
folgende hinweist: 
Für Gebiete mit schutz- und erhaltenswerter Bau- und Siedlungssubstanz wie 
«Specki» und «StPeter» werden für die Gestaltung Spezialbauvorschriften 
erlassen." 
Diese beiden Gebiete werde als empfindliches Baugebiet eingestuft. Nach einem ausführli- 
chen Gespräch mit einem Architekten aus Schaan wurde mir erklärt, dass es sich hierbei um 
das folgende handelt: Wenn bei einem Bau eines neues Hauses oder einer neuen Strasse bzw. 
bei einem Umbau im Gebiet des St.Peter, das Gebiet rund um die Kirche und somit um das 
Kastell, archäologische Funde gemacht werden, muss das Bauen eingestellt werden. Die Ge- 
meinde Schaan würde dann neue Ausgrabungen anfordern. 
3.2.1. Das Bauwerk 
  
16 Georg Malin bietet eine exakte Vergleichung des Kastell in Schaan mit anderen bekannten römischen Kastells in seinem 
Bericht „Das Gebiet Liechtensteins unter römischer Herrschaft“ 
V Bauordnung Schaan, S. 13.
        

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