F.Den Landtag betreffende Novellen von 1921 bis heute Viele Bestimmungen dieser bis heute gültigen Verfassung von 1921 er- fuhren Abänderungen, da eine Verfassung nie etwas Abgeschlossenes und Vollkommenes ist.57Aber nicht nur die Verfassung selbst wurde im- mer wieder novelliert, sondern auch deren Rahmengesetze. Es gab ver- schiedene vom Fortschrittswillen getragene, aber auch politisch moti- vierte Gründe, wobei einige Änderungen einzig auf die steigende Bevöl- kerungszahl zurückzuführen sind, indem sich die Bevölkerungszahl im Zeitraum von 1921 bis 2009 mehr als vervierfachte.58Im Folgenden wer- den die wichtigsten materiellrechtlichen Änderungen aufgeführt, die der Verfassung vom 5. Oktober 1921 und deren Rahmengesetzen seit 1921 widerfahren sind. Das Wahlrecht änderte sich bereits durch das «Gesetz vom 31. Au- gust 1922 betreffend die Ausübung der politischen Volksrechte in Lan- desangelegenheiten», kurz Volksrechtegesetz (VRG).59Dieses Gesetz legte unter anderem die Rechte der liechtensteinischen Landesbürger bei Abstimmungen und Wahlen fest und bestimmte das dabei anzuwen- dende Verfahren. Die wesentlichste Änderung bestand darin, dass dessen Art. 2 das aktive und passive Wahlrecht bereits mit Vollendung des 21. Lebensjahres gestattete (Art. 2 VRG 1922 idgF). Derjenige männliche Liechtensteiner, der dieses Merkmal erfüllte, musste nun nicht mehr zwingend seinen Wohnsitz in Liechtenstein haben. Es genügte, wenn ein 43 
57 Quaderer, Verfassungsdiskussion, S. 139. 58 Liechtenstein in Zahlen 2009, S. 11: 1921 hatte Liechtenstein 8841, Ende 2007 be- reits 35356 Einwohner. 59 Gesetz vom 31.08.1922 betreffend die Ausübung der politischen Volksrechte in Landesangelegenheiten (VRG), LGBl 1922, Nr. 28. Der abgekürzte Titel «Volks- rechtegesetz» wird erst im Jahre 2004 durch LGBl 2004, Nr. 235 eingeführt, soll aber der Einfachheit wegen bereits ab dieser Stelle verwendet werden.
        

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