verfassungsmässig gewährleistete Mitwirkung beim Abschluss von Staats- verträgen (Art. 62 lit. b LV idgF). Demnach bedurften Staatsverträge, die über Staatshoheitsrechte verfügten, durch die eine neue Last übernommen wurde oder die in die Rechte der Landesangehörigen eingriffen, zu ihrer Gültigkeit der Zustimmung des Landtags (Art. 8 LV idgF). Einen Ausbau erfuhr die Kontrolle der Staatsverwaltung dahinge- hend, als die Regierung dem Landtag zur Beschlussfassung einen jährli- chen Rechenschaftsbericht erstatten musste (Art. 62 lit. e LV idgF). Wei- ters erhielt der Landtag das Recht zur Erhebung der Anklage gegen Mit- glieder der Regierung wegen Verletzung der Verfassung oder sonstiger Gesetze vor dem Staatsgerichtshof (Art. 62 lit. g LV idgF). Daneben konnte der Landtag seinen Präsidenten eigenständig wählen, wodurch die nachträgliche Bestätigung durch den Landesfürsten wegfiel (Art. 52 Abs. 1 LV idgF). Bei der Wahl des Regierungschefs und seines Stellvertreters gab es ebenfalls Neuerungen zu Gunsten des Landtags. So wurden diese Perso- nen vom Landesfürsten einvernehmlich mit dem Landtag über dessen Vorschlag aus der wahlfähigen Bevölkerung für sechs Jahre ernannt (Art. 79 Abs. 1, 4 LV idgF). Nach Ablauf der sechsjährigen Amtsdauer des Re- gierungschefs konnte der Landtag dem Regierungschef das Vertrauen aussprechen und ihn damit zur Wiederernennung durch den Landes- fürsten vorschlagen (Art. 79 Abs. 5 LV idgF). Das gleiche galt für seinen Stellvertreter (Art. 79 Abs. 5 LV idgF). Dagegen wählte der Landtag die beiden Regierungsräte und ihre Stellvertreter aus der wahlfähigen Be- völkerung unter gleichmässiger Berücksichtigung beider Landschaften für vier Jahre. Dem Landesfürsten oblag die Bestätigung dieser Wahl (Art. 79 Abs. 2, 3 LV idgF). Der Landesausschuss war weiterhin für die Zeit zwischen den Sit- zungsperioden an Stelle des Landtags zur Besorgung der der Mitwir- kung des Landtags oder jener seiner Kommissionen bedürftigen Ge- schäfte zuständig (Art. 71 LV idgF). Er bestand aus dem bisherigen Landtagspräsidenten und vier vom Landtag, aus seiner Mitte unter gleichmässiger Berücksichtigung des Ober- und Unterlandes, gewählten Mitgliedern (Art. 72 Abs. 1 LV idgF). 42Die 
Verfassung von 1921
        

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