Gemäss Art. 46 LV sollte Näheres über die Durchführung der Landtagswahlen durch ein besonderes Gesetz geregelt werden. Dieses Gesetz vom 27. Dezember 1921 erhielt den Namen «Landtagswahlord- nung».55Es bestimmte die formellen Einzelheiten einer Landtagswahl. Abgesehen von den Neuerungen, welche bereits in der Verfassung 1921 ihre Niederschrift fanden, unterschied sich dieses Gesetz kaum vom «Gesetz betreffend die Abänderung der Landtagswahlordnung vom 21.Januar 1918»56. Das aktive und passive Wahlrecht stand weiterhin denjenigen männlichen liechtensteinischen Staatsbürgern offen, welche das 24. Lebensjahr vollendet sowie ein Vierteljahr vor der Ausschrei- bung der Wahlen im Fürstentum Liechtenstein ihren ständigen Wohn- sitz hatten und nicht durch spezielle Gründe von der Wahl ausgeschlos- sen waren (Art. 2 Landtagswahlordnung idgF). Das Gesetz nannte taxa- tiv die Ausschliessungsgründe: Personen waren vom aktiven und passiven Wahlrecht unter anderem dann ausgeschlossen, wenn sie nicht sämtliche bürgerliche Rechte innehatten oder über deren Vermögen der Konkurs eingeleitet worden war (Art. 3 Landtagswahlordnung idgF). Das Wahlrecht lebte nach Wegfall des jeweiligen Ausschliessungsgrun- des wieder auf (Art. 4 Landtagswahlordnung idgF). Am Rande sei er- wähnt, dass ein ungerechtfertigtes Fernbleiben von der Wahlhandlung eine Geldstrafe von 5 bis 10 Franken zur Folge hatte (Art. 8 Abs. 1 Landtagswahlordnung idgF). Bei den Landtagswahlen galten diejenigen Abgeordneten als ge- wählt, die das absolute Mehr der Stimmberechtigten in der jeweiligen Gemeinde erreichten (Art. 26 lit. a Landtagswahlordnung idgF). Falls in einer Gemeinde kein Kandidat das absolute Mehr erreichte, galt derje- nige mit den meisten Stimmen als gewählt (Art. 26 lit. b Landtagswahl- ordnung idgF). Die restlichen Mandate wurden sodann in der Reihen- folge der Stimmenzahl solange vergeben, bis die Zahl der im Wahlkreis zu wählenden Abgeordneten erreicht war (Art. 26 lit. c Landtagswahl- ordnung idgF). Die Verfassung vom 5. Oktober 1921 erweiterte die Kompetenzen des Parlaments auf der Grundlage der Verfassung von 1862. Neu war eine 41 
Die Verfassung von 1921 55 Landtagswahlordnung, LGBl 1922, Nr. 2, ausgegeben am 14.01.1922. 56 Gesetz vom 21. Januar 1918 betreffend die Abänderung der Landtagswahlordnung, LGBl 1918, Nr. 4.
        

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