D.Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg: Der Weg zur Verfassung von 1921 Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg stand für politische Veränderung. Es war allgemein eine Zeit des politischen Umbruchs, bei dem Grund- satzfragen – insbesondere die Ausgestaltung einer neuen Verfassung – heftig diskutiert wurden.40Eine Folge daraus war, dass am 21. Januar 1918 das Gesetz betreffend die Abänderung der Landtagswahlordnung (Landtagswahl-AbänderungsG) in Kraft trat, welches das VI. Haupt- stück und den § 101 der Verfassung von 1862 ersetzte.41Der Kernpunkt dieses Gesetzes war die Einführung des direkten und gleichen Stimm- rechts (§ 1 Landtagswahl-AbänderungsG). Dagegen blieben sowohl die Einteilung in zwei Wahlbezirke als auch die Mitgliederzahl des Landtags mit 15 Abgeordneten unverändert (§§ 1, 9 Landtagswahl-Abände- rungsG).42Unterteilt in die zwei Wahlbezirke Ober- und Unterland, hatten die Wahlberechtigten demnach in einer direkten und gleichen Wahl die Abgeordneten zu wählen, wobei das Oberland sieben und das Unterland fünf Abgeordnete wählte (§ 9 Landtagswahl-Abände- rungsG). Weiterhin ernannte der Fürst drei Abgeordnete (§ 1 Landtags- wahl-AbänderungsG). Als gewählt galt, wer im betreffenden Wahlbezirk die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhielt. Falls mehrere Personen in einem Wahlbezirk die absolute Stimmenmehrheit erhielten, galten dieje- 37 
40 Vogt, S. 124. 41 Gesetz vom 21.01.1918 betreffend die Abänderung der Landtagswahlordnung, LGBl 1918, Nr. 4 (Landtagswahl-AbänderungsG). 42 Der genaue Wortlaut des § 9 Landtagswahl-AbänderungsG lautete: «Für die Wahl der Landtagsabgeordneten bildet das Oberland und das Unterland je einen eigenen Wahlbezirk. Die Wahlberechtigten jedes Wahlbezirkes bilden einen Wahlkörper. Das Oberland wählt sieben Abgeordnete und drei Ersatzmänner, das Unterland fünf Abgeordnete und zwei Ersatzmänner.»
        

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