rie (nämlich unabhängig von der Regie rung) nicht ermöglicht. Erfah- rungsgemäss übt der Landtag seine Kontrollfunktion gegenüber der Re- gierung dann am besten aus, wenn keine Partei über eine absolute Mehr- heit verfügt und die Regierung daher genötigt ist, eine aus Angehörigen verschiedener Parteien zusammengesetzte Mehrheit im Landtag für ihre Vorhaben zu finden. Empfinden Sie den Landtag als schwach? 
Warum? Batliner:Ja. Einerseits exisitert ein völliges Ungleichgewicht zwi- schen Landtag und Regierung. Andererseits fehlt dem Landtag auch ein eigenes Selbstverständnis. Es geht mehr um Parteipolitik als um Vor- nahme der angestammten Aufgabe, nämlich der Kontrolle der Regie- rung. Es passiert immer wieder, dass eine Fraktion den eigenen Regie- rungsräten blind folgt bzw. dass man sich auf die Ressorts der Gegen- partei fokussiert. Die absolute Mehrheit trägt hierzu sicher bei und erachte ich eine solche für unser Land als schlecht, da eine Fraktion «be- quem» werden 
kann. Frick:Das Selbstbewusstsein und das politische Bewusstsein im positiven Sinn fehlen vielen Abgeordneten. Das «checks and balances»- Verhältnis sollte bewusst gelebt werden, die Legislative wird von der Exekutive 
«regiert». Kaiser:Es liegt an den Landtagsabgeordneten sowie am Landtags- präsidenten, den Landtag insgesamt zu stärken. Nicht die Regierung muss dem Landtag eine starke Stellung geben, dies muss der Landtag selbst in die Hand nehmen. Es liegt riesiges Potenzial drin, derzeit ist der Landtag sehr reaktiv. Sind die Abgeordneten Ihrer Meinung nach überbelastet? Zeitlich/fach- lich?Batliner:Dies hängt eigentlich von der jeweiligen persönlichen Situation ab. Jeder Abgeordnete hat sein Steckenpferd (Schwerpunkt- thema), während sich die anderen einlesen müssen. In der Regel ist der Aufgabenberg bzw. die zu verarbeitende Informationsflut aber enorm und kaum bewältigbar. Man muss sich auf einzelne Themen konzentrie- ren. Dass die Berichte und Anträge dem Landtag erst sehr spät vorgelegt 348Befragungen
        

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