Frick:«Checks and balances» scheint nicht zu gelten. Die Regie- rung hält Informationen schamlos zurück. Als Beispiel kann das Spital Vaduz genannt werden. Dort existieren fünf Studien, aber der Landtag erhält keine einzige. Die Gutachten werden von der Regierung dem Landtag nicht übermittelt. Stattdessen filtert die Regierung Informatio- nen, Stellungnahmen und Gutachten. Die Regierung sollte verpflichtet werden anzugeben, wer bei der Bearbeitung einer Vorlage mitgeredet hat und auf welchen Quellen diese 
fusst. Hilti:Es herrscht ein Informationsvorsprung der Regierung, wäh- rend das Parlament einen Informationshunger hat. Das in Planung ste- hende Kommunikationskonzept könnte Abhilfe schaffen, da durch die Verwaltungsreform nicht mehr so viele Kanäle bestehen werden. Exper- tengutachten dienen der Meinungsbildung der Exekutive, nicht des Landtags. Für Berichte der Ämter und Stabsstellen gilt dasselbe. Denn die Gewaltentrennung ist zu 
wahren. Kaiser:Die Abgeordneten entnehmen viele Informationen direkt aus der Zeitung und nicht aus der Informationsquelle des Regierungs- chefs. Es muss dauernd nachgefragt werden. In der Bürositzung wird die Traktandierung z. T. auch ohne vorliegende Vorlagen vorgenommen. So werden Themen traktandiert, ohne dass die Büromitglieder den Inhalt kennen. Das Landtagsbüro müsste hier viel selbstbewusster auftreten. Künftig hat der Landtagspräsident, der sich noch viel intensiver einzu- bringen hat, dafür zur sorgen, dass die Institution Landtag gestärkt 
wird. Wolff:Die Informationspolitik der Regierung dürfte im Allgemei- nen ausreichend sein. Zu dem manchmal geäusserten Wunsch, auch Kenntnis über den Inhalt interner Abklärungen und Gutachten der Re - gierung zu erhalten, muss ich sagen, dass solche internen Regierungspa- piere früher auch nicht zur Verfügung gestellt wurden und dass ich auch keine generelle Verpflichtung dazu sehe. Wie sehen Sie das Verhältnis zwischen Landtag und Regierung  all ge - mein? Wie würden Sie es bessern? Was ist das grösste 
Problem? Beck:Die Regierung hat momentan einen Stellenwert, der nicht der Verfassung entspricht. Dazu kommt die Parteipolitik: Die Landtags- mehrheit kann nicht die eigene Regierung 
«abschiessen». Hilti:Es herrscht zwischen Regierungsräten und Abgeordneten eine enge Zusammenarbeit. So ist etwa die Regierung in Fraktionssit- 346Befragungen
        

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