C. Die Zeit zwischen 1862 und dem Ersten  Weltkrieg Seit 1863 werden alle Gesetze im liechtensteinischen Landesgesetzblatt publiziert, wobei das erste Landesgesetzblatt die Geschäftsordnung des Landtags enthielt.34Sie legt die Arbeitsweise des Landtags näher fest. Diese erste Geschäftsordnung trat erst nach über 100 Jahren 1969 per Gesetz ausser Kraft.35Ihre Kernbestimmungen lauteten: Für die Gültig- keit der vorzunehmenden Landtagsverhandlungen war die Anwesenheit von wenigstens zwei Dritteln der Mitglieder erforderlich (§ 4 GOLT 1863). Dieses 
2⁄3-Quorum galt auch bei Beschlüssen, welche die absolute Stimmenmehrheit der anwesenden Mitglieder erforderten (§ 33 Abs. 1 GOLT 1863). Die Sitzungen waren grundsätzlich öffentlich, doch konnte auf «Antrag der für die Prüfung eines Gegenstandes bestellten Kommission oder auf Beschluss der Versammlung oder auf Verlangen des Regierungskommissärs die Sitzung bei verschlossenen Türen statt- finden». (§ 21 GOLT 1863) Für diese nichtöffentlichen Sitzungen wur- den besondere Protokolle geführt, welche nur im Einverständnis mit der Regierung bekannt gemacht werden durften (§ 22 GOLT 1863). Die Öf- fentlichkeit der Landtagssitzungen konnte zum einen durch den Einlass einer angemessenen Anzahl Zuhörer und zum anderen durch die Publi- kation der Landtagsberichte in der bis 1914 einzigen liechtensteinischen Landeszeitung gewahrt werden. Namentlich handelte es sich im Zeit- raum von 1863 bis 1868 um die «Liechtensteinische Landeszeitung», von 1873 bis 1877 um die «Liechtensteinische Wochenzeitung» und ab 1878 um das «Liechtensteiner Volksblatt».36 34 
34 Geschäftsordnung vom 29.03.1863 für den Landtag des Fürstentums Liechtenstein, LGBl 1863, Nr. 1 (GOLT 1863). 35 Gesetz vom 23.05.1969 über die Aufhebung der Geschäftsordnung für den Landtag des Fürstentums Liechtenstein, LGBl 1969, Nr. 27. 36 Vogt, S. 118.
        

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