Politik, insbesondere im Parlament sind zugleich radikale Sachlichkeit wie persönlicher Mut zur Auseinandersetzung anzustreben. Sachlichkeit hat nichts mit Weichheit zu tun, deren Kennzeichen es häufig ist, sich in Lobrednerei oder – gestärkt durch die eigene Gruppe – sich in Polemik zu äussern.»40 Die Abgeordneten sollten gemäss Weber über folgende Eigen- schaften verfügen: «Leidenschaft – Verantwortungsgefühl – Augenmass. Leidenschaft im Sinne von Sachlichkeit. [...]Sie macht nicht zum Politiker, wenn sie nicht, als Dienst in einer ‹Sache›, auch die Verantwortlichkeit gegenüber ebendieser Sache zum entscheidenden Leitstern des Handelns macht. Und dazu bedarf es – und das ist die entschei- dende psychologische Qualität des Politikers – des Augenmasses, der Fähigkeit, die Realitäten mit innerer Sammlung und Ruhe auf sich wirken zu lassen, also: der Distanz zu den Dingen und Men- schen.»41 Es liegt nun an den Abgeordneten, sich ein solches politisches Selbstver- ständnis anzueignen und sich sachlich – auch gegen die Regierung – zu behaupten, weil sie im Landtag einzig nach ihrem Eid und ihrer Über- zeugung abstimmen (Art. 57 LV). Damit ist der Abgeordnete nicht an Aufträge und Weisungen der Parteien oder der Wähler gebunden, son- dern «schuldet eine an der verfassungsmässigen Ordnung, an Gesetz und Recht orientierte Amtsführung»42und hat dabei «das Wohl des Vater- landes ohne Nebenrücksichten nach bestem Wissen und Gewissen zu fördern» (Art. 54 LV). In diesem Sinne kann abschliessend Weber zitiert werden, der zur Politik allgemein festhielt: «Die Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmass zugleich. [...]Und auch die [Politiker; Anm.d.Verf.], [...]müssen sich wappnen mit jener Festigkeit des Herzens, die auch dem Scheitern aller Hoffnungen gewachsen ist, jetzt schon, sonst werden sie nicht imstande sein, 336Reformen 
40Batliner, Zur heutigen Lage, S. 166. 41Weber, S. 51. 42Lenz, S. 27.
        

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