dem besteht nach der Beantwortung im Plenum die Möglichkeit einer Diskussion. Indem die Antworten im öffentlichen Landtag behandelt werden, findet eine unmittelbare Kontrolle der Regierung vor den Au- gen bzw. Ohren des Volkes statt. Die Regierung hatte sich zwischen 2000–2009 mit 45 Interpellatio- nen beschäftigt. Werden die zehn Interpellationen der jüngeren Vergan- genheit (2007–2009) genauer analysiert, dann können bei der Behand- lung von Interpellationen mehrere Gepflogenheiten ausgemacht werden. Erstens wurde nach jeder Interpellationsbeantwortung erfolgreich eine Diskussion beantragt.223Es scheint, dass es sich keine politische Mehr- heit leisten kann, ein entsprechendes Verlangen abzulehnen.224 Zweitens beantwortet die Regierung die Interpellationen oft zu spät. So hätten die beiden für das Jahr 2009 noch ausstehenden Interpel- lationen, welche am 16. Dezember 2009 im Landtag angemeldet wurden, im März-Landtag 2010 beantwortet sein müssen225, während die Regie- rung von den acht bereits beantworteten Interpellationen fünf nicht rechtzeitig und bis zu fünf Landtagssitzungen zu spät beantwortete. Ins- gesamt wurden so von zehn Interpellationen gerade einmal drei recht- zeitig beantwortet.226Dies scheint durchaus ein normales Vorgehen der 305 
Die Interpellation 223An dieser Stelle werden die Titel der Interpellationen der Jahre 2007 bis 2009 mit den jeweiligen Nummern der der Beantwortung dienenden BuA genannt, da die In- terpellationen selbst keine Nummern haben: «Interpellation zum Mietrecht und zur aktuellen Situation der Mieter und Mieterinnen» (BuA Nr. 59/2008), «Interpellation betreffend Landwirtschaft und Naturschutz» (BuA Nr. 12/2008), «Interpellation Wirtschaftspolitik» (Nr. 75/2008), «Einkommen, Existenzminimum und Armut» (BuA Nr. 52/2008), «Zukunft des Liechtensteinischen Landesspitals» (Nr. 123/2007), «Häusliche Gewalt gegen Frauen» (BuA Nr. 24/2008), «Interpellation betr. Verbesserungsmassnahmen für Menschen mit Behinderungen in Liechten- stein» (BuA Nr. 102/2008), «Aktueller Stand der Marke Liechtenstein», «Interpel- lation Werbung Gesundheitsberufe» sowie «Interpellation betreffend die finanziel- len Aufwendungen (Kostenanalyse) des abgelehnten Reformprojekts Schul- und Profilentwicklung auf der Sekundarstufe I (SPES I)» (BuA Nr. 37/2009). 224Allgäuer, S. 156. 225LTP 2009, S. 1958 ff. Die beiden Interpellationen tragen die Titel «Interpellation be- treffend die Marke Liechtenstein» und «Interpellation betreffend die Gleichstellung von liechtensteinischen Leistungserbringern in Gesundheitsberufen mit ihren schweizerischen Berufskollegen in punkto Werbung und Empfehlung». 226Erwähnt werden die verspätet beantworteten Interpellationen, versehen mit dem Datum ihrer erstmaligen Behandlung im Landtag sowie der Behandlung ihrer Be- antwortung im Landtag: Einkommen, Existenzminimum und Armut (19.09.2007, 28.05.2008), Häusliche Gewalt gegen Frauen (19.09.2007, 23.04.2008), nachhaltige
        

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