Albert Frick erklärte: «Ich muss hier eindeutig eine Geringschätzung des Hohen Landtags feststellen. Falls der Landtag von seinem Recht Ge- brauch macht und den Kredit verweigert, müsste die Bewerbung zu- rückgezogen werden. Liechtenstein würde sich der Lächerlichkeit preis- geben und es würde in europäischen Sportkreisen ein Imageschaden von beträchtlichem Ausmass entstehen.»112Die Vorlage wurde mit 20 Stim- men bei 25 anwesenden Abgeordneten angenommen.113 Dieses Beispiel zeigt auf, dass die Regierung dem Landtag zu ge- nehmigende Verpflichtungskredite zu einem Zeitpunkt vorlegen kann, bei welchem die Verpflichtung bereits eingegangen ist. Die Regierung wäre zu einem Umdenken gezwungen, sobald sie befürchten müsste, dass der Landtag einen Verpflichtungskredit nicht genehmigt. Dabei fehlt es den Abgeordneten trotz Unzufriedenheit mit Vorlagen am Wil- len zur Konsequenz. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Landtag an- hand der Verpflichtungskredite seiner Kontrollfunktion kaum gerecht werden kann. Dies liegt vor allem an den fehlenden personellen und fi- nanziellen Ressourcen und der damit systembedingten Zeitnot, Sach- kundenot und Bewertungsnot.114Es ist aber auch so, dass die Regierung vom Landtag die Bewilligung von Krediten begehrt, für welche sie die Verpflichtung bereits eingegangen ist. Die Einführung eines Parlaments- dienstes ist auch hier angezeigt. 3.2Ergänzungskredite Reicht ein Verpflichtungskredit nicht aus, dann muss die Regierung beim Landtag einen entsprechenden Ergänzungskredit anfordern (Art. 13 Abs. 5 FHG). Auch bei Ergänzungskrediten spielt die Dringlicher- klärung des Landtags für die Regierung, welche üblicherweise die Dringlicherklärung eines Finanzbeschlusses begehrt, eine untergeord- nete Rolle, weshalb die Regierung bei Ergänzungskrediten die Dring- lichkeitserklärung nicht begehrt. Damit sind diese Finanzbeschlüsse für ein Referendum grundsätzlich zugänglich (Art. 66 LV). 274Landtagsmehrheit 
als Kontrollinstanz 112 LTP 2010, S. 37. 113 LTP 2010, S. 42. 114 Eichenberger, Kontrolle, S. 285.
        

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