giferierung des Parlaments».87Gemäss Allgäuer wurde deshalb die Ge- setzgebung «zu einem Führungsinstrument in ihrer Hand und zu einem Mittel zur Realisierung ihres politischen Willens».88Damit wird die Ge- setzgebung wesentlich durch die Regierung bestimmt. Weil demnach «fast alle Gesetze auf von der Bürokratie ausgear- beitete Regierungsvorlagen zurückgehen, bedeutet das Legalitätsprinzip nicht eine Bindung der Verwaltung an den Willen des Parlaments, son- dern eine Bindung an den von ihm ratifizierten eigenen Willen. [...] Die Frage der Gesetzmässigkeit der Verwaltung vom Gesetz bedeutet eine weitgehende faktische Abhängigkeit des Gesetzgebers von der Verwal- tung.»89 Zusammenfassend wird der Landtag bei der Verfassung- und Ge- setzgebung selten iniativ. Er trägt dazu bei, dass die Gesetzgebung im ei- gentlichen Sinn der Regierung obliegt. Die Gesetzgebungsfunktion des Landtags wurde «zu einer blossen Kontrollfunktion gegenüber den Re- gierungsvorlagen».90Bei dieser Kontrollfunktion nimmt der Landtag die Rolle einer «zustimmenden Instanz»91ein. Alles in allem hat die vorbe- haltslose Gleichsetzung «Landtag = Legislative» materiell praktisch keine Geltung.92 3.2Verordnungsrecht der Regierung In diesem Abschnitt wird das Verordungsrecht der Regierung93darge- stellt, um die Grenzen der Regierungskompetenz im Rechtsetzungsver- fahren abstecken zu können. Das Verordnungsrecht der Regierung be- darf einer Abgrenzung von Verordnung und Gesetz, da diese vor allem für die Frage der Machtverteilung und die Kontrolle der Macht im Staat fundamental ist. Grund dafür ist die Notwendigkeit des Zusammenar- beitens mehrerer Institutionen des Staates im Gesetzgebungsverfahren, 235 
Die Beziehung des Landtags zur Regierung im  Rechtsetzungsverfahren 87 Allgäuer, S. 69. 88 Allgäuer, S. 116. 89 Welan, S. 573. 90 Schmid, S. 22. 91 Heeb, S. 209. 92 Moeckli, Funktionen, S. 10. 93 Siehe dazu die grundlegenden Ausführungen von Schurti bzw. Kley.
        

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