rung der Gegenzeichnung die Gesetzgebung blockieren kann. Dieses Mitwirken mehrerer Verfassungsorgane bei der Gesetzgebung ist ty- pisch für die liechtensteinische Mischverfassung.77 Die meisten Vorlagen werden von der Regierung eingebracht. Mar- xer stellt klar: «Der Landtag reagiert zumeist auf Vorlagen der Regierung und wird nur in seltenen Fällen selbst aktiv.»78Damit werden Gesetzes- entwürfe grundsätzlich durch die Regierung – unter Berücksichtigung der politischen Linie des Landesfürsten aufgrund seines absoluten Vetos – ausgearbeitet. Die Regierung kann dafür neben Kommissionen und Experten der Exekutive auch externe Fachleute beiziehen und Vernehm- lassungen durchführen. Mittels Letzterem lädt die Regierung alle betrof- fenen und interessierten Kreise zu einer Stellungnahme ein.79Allgäuer hält fest, dass während dieses Vorprozesses die Ecken und Kanten der Vorlage bereits derart abgeschliffen werden, dass sobald eine Vorlage förmlich in den Landtag gelangt, die Entscheidungen grundsätzlich ge- fallen sind.80 Der Landtag stösst im Gesetzgebungsprozess an seine qualitativen und quantitativen Grenzen. So können die Abgeordneten das Initiativ- recht nur begrenzt wahrnehmen, da «die Milizparlamentarier zeitlich überfordert wären, komplexe Gesetzesvorlagen selber vorzubereiten».81 Aber nicht nur der Anstoss zu einem Gesetz, sondern auch die «zuneh- 233 
Die Beziehung des Landtags zur Regierung im  Rechtsetzungsverfahren 77 Hoch, S. 206 78 Marxer, Parlamentarismus, S. 54 79 Die Regierung beschreibt das Vernehmlassungsverfahren wie folgt: «Die Vernehm- lassung markiert ein sehr frühes Stadium im Gesetzgebungsverfahren. Mit ihr legt die Regierung einen Rechtsentwurf öffentlich zur Stellungnahme auf, welcher auf Grund seiner politischen, wirtschaftlichen, finanziellen, rechtlichen oder kulturellen Tragweite bei den entsprechenden Organisationen geprüft werden soll. Zur Stel- lungnahme eingeladen werden jene Kreise, welche ein besonderes Interesse an der Vorlage haben oder haben könnten. Zur Vernehmlassung kann sich aber auch äus- sern, wer nicht eingeladen wird. Das Vernehmlassungsverfahren zu politisch wich- tigen Erlassen wird durch die Regierung angeordnet und vom zuständigen Ressort durchgeführt. Die Antworten und Rückmeldungen aus der Vernehmlassung werden von der Regierung in einem allfälligen BuA an den Landtag berücksichtigt. Der Landtag berät den BuA in Kenntnis dieser Vernehmlassungsergebnisse» (, 09.08.2010). In der Praxis hat der Landtag aber keineswegs Kenntnis aller Vernehmlassungsergebnisse. Dazu aber mehr unter «IV.C.2. Das Verhältnis von Regierung und Landtag in der Praxis». 80 Allgäuer, S. 116 81 Heeb, S. 143, mit Verweis auf Allgäuer, S. 115 f.
        

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