schwerderecht ausdrücklich anerkannt hat, verletzt zu sein» (StGHG Art. 15 Abs. 
2).29 2.Die Beziehung des Landtags zum Volk in der täglichen Landtagsarbeit Der Landtag ist «das gesetzmässige Organ der Gesamtheit der Landes- angehörigen und als solches berufen, nach den Bestimmungen dieser Verfassung die Rechte und Interessen des Volkes [...] wahrzunehmen» (Art. 45 Abs. 1 LV). Die Verfassung postuliert das freie Mandat, indem die Abgeordne- ten verpflichtet werden, sowohl «das Wohl des Vaterlandes ohne Ne- benrücksichten nach bestem Wissen und Gewissen» (Art. 54 Abs. 1 LV) als auch «die Rechte und Interessen des Volkes» (Art. 45 Abs. 1 LV) zu fördern und damit das Volk zu repräsentieren und zu vertreten.30Das heisst, der Abgeordnete ist nicht an Aufträge und Weisungen der Wäh- lergruppen oder der Wähler gebunden. Damit ist der Landtag bei der Wahrnehmung seiner Kompetenzen zwar weisungsfrei und damit in sei- nem Handeln, nicht aber in seinem Denken vom Volk unabhängig. Hauptgrund dafür ist die Kontrolle des Landtags durch das Volk. Als die primären Kontrollmittel sind zu nennen: das Referendum, die Landtags- wahl sowie die Möglichkeit, eine Volksabstimmung über die Auflösung des Landtags zu erwirken. Die angesprochene Repräsentation ist ein weiter und breit disku- tierter Begriff. Gemäss Fraenkel ist Repräsentation «die rechtlich autori- sierte Ausübung von Herrschaftsfunktionen durch verfassungsmässig bestellte, im Namen des Volkes, jedoch ohne dessen bindenden Auftrag handelnde Organe eines Staates oder sonstigen Trägers öffentlicher Ge- walt, die ihre Autorität mittelbar oder unmittelbar vom Volk ableiten und mit dem Anspruch legitimieren, dem Gesamtinteresse des Volkes zu dienen und dergestalt dessen wahren Willen zu vollziehen».31219 
Die Beziehung des Landtags zum Volk 29 Gesetz vom 27.11.2003 über den Staatsgerichtshof (StGHG), LGBl 2004, Nr. 32. 30 Siehe dazu auch Batliner, Zur heutigen Lage, S. 39 ff. 31 Fraenkel, S. 81.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.