B.Landtag und Volk An dieser Stelle wird die verfassungsrechtliche Stellung des Volkes skiz- ziert, um darauf aufbauend die Beziehung des Landtags zum Volk in der täglichen Landtagsarbeit darstellen zu 
können. 1.Das Volk in der Verfassung Es bedarf zuerst einer Klärung des Begriffes «Volk», da dieser in der Ver- fassung weder definiert noch näher umschrieben wird. Gemäss Fuchs bilden alle Menschen, die einem Staat angehören, dessen (Staats-)Volk.24 Durch die Verfassung sind «alle Personen mit liechtensteinischem Lan- desbürgerrecht ohne Unterschied des Geschlechts» (Art. 28 Abs. 1, FN 6 LV) als Landesangehörige definiert. Damit wird unter «Volk» grund- sätzlich die Gesamtheit der Landesangehörigen verstanden. Grundsätz- lich deshalb, weil neben das Erfordernis des Landesbürgerrechts in ein- zelnen Bestimmungen zusätzliche Bedingungen geknüpft sein können. So etwa bei den Landtagswahlen: Der Landtag wird zwar «vom Volke» (Art. 46 Abs. 1 LV) gewählt; dabei sind aber nur diejenigen Landesange- hörigen25wahlberechtigt, «die das 18. Lebensjahr vollendet und seit ei- nem Monat vor der Wahl oder Abstimmung im Lande ordentlichen Wohnsitz (Art. 32 ff. PGR) haben» (Art. 1 Abs. 1 VRG). Deshalb kann das «Volk» – formell betrachtet – bei Landtagswahlen nicht mit der «Ge- samtheit der Landesangehörigen» gleichgesetzt werden. Abgesehen von 217 
24 Fuchs, S. 321 ff. 25 Anhang zu Art. 45 Abs. 1 LV: «Unter dem von der Verfassung verwendeten Begriff «Landesangehörige» sind alle Personen mit liechtensteinischem Landesbürgerrecht ohne Unterschied des Geschlechts zu verstehen.»
        

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