wurde.251In solchen «Debatten» wird viel geredet, nicht immer etwas ge- sagt, und auch viel wiederholt, wie es der Abgeordnete Harry Quaderer pointiert zum Ausdruck brachte: «Es wurde zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von allen.»252Oder mit den Worten von Marti: «Aber ebenso machen Worte noch keine Politik. [...] Weniger Worte könnten vielfach mehr bedeuten. Der derzeitige Trend läuft in die Gegenrichtung.»253 Um die Meinungsplatzierung im Plenum zu mildern und damit die Plenardebatten wieder sachlicher und offener zu führen, bedarf es eines Umdenkens bei den Abgeordneten und der Wählergruppen. Denn die Plenardebatten müssen «weg vom Parteihearing, in dem Standpunkte le- diglich vorgetragen werden [...]. Die Parteien müssen umdenken, Ge- sprächsführung üben, zuhören lernen und von der Haltung Abschied nehmen, die eigene politische Zielvorgabe als die einzig richtige Ent- scheidungsmaxime anzusehen.»254 6.8Redezeitbeschränkung – eine valable Alternative? Um die Plenardebatten zu straffen, soll an dieser Stelle die Möglichkeit einer Redezeitbeschränkung, wie es die Parlamente in der Schweiz und Österreich kennen, erläutert werden. Im Vorarlberger Landtag kann der Präsident «auf Grund einer ein- stimmigen Empfehlung des erweiterten Präsidiums bei einzelnen Bera- tungen oder Beratungsteilen die Redezeit der Abgeordneten beschrän- ken» (Art. 42 Abs. 8 GOLT-Vorarlberg). Eine quantitative Beschrän- kung kennt auch der Kantonsrat St. Gallen: «Mit Ausnahme der Kommissionsberichterstatter und des Vertre- ters der Regierung darf kein Mitglied über den nämlichen Gegen- stand mehr als zweimal sprechen. Vorbehalten bleibt eine persönli- che Berichtigung. [...]Das Präsidium kann in geeigneten Fällen ausnahmsweise die für eine Vorlage zur Verfügung stehende Rede- zeit beschränken. Es teilt den Fraktionen einen ihrer Mitglieder- 186Arbeitsweise 
des Landtags 251 Siehe dazu IV.B.6.6. 252 Harry Quaderer, zitiert im Liechtensteiner Volksblatt vom 06.07.2010 (Titelseite). 253 Marti, S. 89. 254 Rüttgers, S. 156.
        

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