den Sprung von 15 auf 25 Abgeordnete als zu gross an, um vom Stimm- volk angenommen zu werden. Der Abgeordnete Herbert Kindle: «Wir sind der Meinung, dass 21 vorerst realistischer sei im Hinblick auf die Hürde des Volkes, der Volksabstimmung.»42Bei dieser Volksabstim- mung sprach sich das Volk mit 1449 zu 1375 Stimmen gegen eine Erhö- hung der Abgeordnetenzahl auf 21 aus. Auffallend dabei war, dass sich das Oberland mit 984 Ja-Stimmen zu 920 Nein-Stimmen knapp für und das Unterland mit 391 zu 529 eindeutig gegen die Vorlage aussprach. Demnach scheiterte die Erhöhung der Mandatszahl an der mangelnden Zustimmung der Unterländer.43 Der nächste Anstoss zur Erhöhung der Mandatszahl ging von den Parteien aus. Im Jahre 1984 wurden zwei Verfassungsinitiativen über die Abänderung der Verfassung eingereicht:44die eine datiert per 14. De- zember45, die andere mit 18. Dezember.46Der Landtag stimmte gegen beide Initiativen,47weshalb die Entscheidung einer Volksabstimmung oblag (Art. 66 Abs. 6 LV). Weil 1985 bei Abstimmungen das doppelte 132Zusammensetzung 
hältnis zwischen Ober- und Unterland von 9 zu 6 zur Folge hatte, dass die Unter- länder Abgeordneten die Möglichkeit hatten, durch Abwesenheit den Landtag be- schlussunfähig zu machen). Damit konnten 40 Prozent der Abgeordneten die Be- schlussunfähigkeit des Landtags provozieren, während dies bei 21 Abgeordneten bei gleicher Sperrminorität von 2/3 genau 38,2 Prozent konnten. Somit wäre für das Unterland die Grenze zur Sperrminorität von 33,3 Prozent bei einem Verhältnis zwischen Ober- und Unterland von 13 zu 8 nicht erreicht worden. Tatsächlich fusste die Ablehnung aber weniger auf dem Argument der Sperrminorität als auf der Wahlarithmetik. 42 LTP 1972, S. 19. 43Volksabstimmung vom 30.06./02.07.1972, nachzulesen in den Beilagen zur Land- tagssitzung vom 06.07.1972 oder auf der dem statistischen Jahrbuch 2009 beiliegen- den CD. 44 LTP 1987, S. 813 iVm Berichte der Regierung an den Landtag des Fürstentums Liechtenstein Nr. 4/85 bzw. Nr. 5/85. 45 Diese strebte eine Erhöhung der Mandatszahl auf 21 Abgeordnete an mit der Mass- gabe, für das Oberland 13 und für das Unterland acht Mandate zu schaffen (Bericht der Regierung an den Landtag des Fürstentums Liechtenstein zur Verfassungsini- tiative betreffend die Abänderung von Art. 46 und die Ergänzung von Art. 49 der Verfassung, BuA Nr. 4/1985). 46 Die zweite Initiative dagegen setzte sich für eine Mandatszahl von 25 im Abgeord- netenverhältnis zwischen Ober- und Unterland von 15 zu 10 ein (Bericht der Re- gierung an den Landtag des Fürstentums Liechtenstein zur Verfassungsinitiative über die Abänderung der Verfassung vom 05.10.1921, Nr. 5/1985). 47 LTP 1985, S. 78: Die Initiative vom 14.12.1984 fand eine Zustimmung von acht Ab- geordneten, diejenige vom 18.12.1984 sieben zustimmende Abgeordnete.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.