wie sie in den Landes- qua Parteizeitungen zum Ausdruck kommt, die gebetsmühlenartig bestimmte Parolen und Standpunkte reproduzieren, ohne überhaupt eine wirkliche Auseinandersetzung mit abweichenden Meinungen in einem argumentativen Sinne zu suchen oder einmal zu erproben.»258 Auch Joachim Batliner, der sich mit dem Pressegebaren Liechten- steins eingehend auseinandergesetzt hat, kritisiert die aktuelle Presse- landschaft. Er merkt an, dass die liechtensteinischen Tageszeitungen da- für verantwortlich gemacht werden, «dass wegen ihrer mangelhaften Leistung das politische System Liechtensteins – die Demokratie zumin- dest als ein wichtiges Teilsystem – nicht funktioniere. [...] Die demokra- tische Struktur braucht strukturierte Medien, transparente Medien, die Demokratie muss von den Medien mitgestaltet werden. Sie ist Grund- lage der Medien und gleichzeitig ihr Ziel.»259Er verlangt dabei von den liechtensteinischen Medien, dass sie «eine Identität haben [...] – aber es scheint zu viel verlangt zu sein. [...] Denn das weiss man: Objektivität gehört zu den identitätsstiftenden Merkmalen eines modernen Medi- ums. Dieses behauptete Merkmal wird bei jeder sich bietenden Gelegen- heit für einen Meistbietenden über Bord geworfen. Da sind alte Freund- schaften zwischen Wirtschaft, Partei und Verlag zu pflegen.»260 Gerade diese Unabhängigkeit und Subjektivität der Tageszeitungen wird von Joachim Batliner, wohlwissend, «dass in Liechtenstein der Umgang mit einer freien Presse noch nie geübt worden ist, stark kriti- siert».261Deshalb wünscht er sich eine lebendige Medienlandschaft, in der um politische Positionen gerungen wird, vor allem aber unabhängige Medien.262Durch sie könnte der politische Diskurs gewinnen, indem sich Politikinteressierte erstmals tatsächlich über das Politikgeschehen informieren könnten. Denn unabhängige Berichterstattung und Bewer- tung der Politik setzen der Parteipolitik Grenzen und erleichtern dem Bürger das Urteil. Es wäre schon ein Gewinn, wenn das Naheverhältnis der Tageszeitungen zu den Parteien wenigstens gelockert wäre.263Davon 117 
Die Parteimedien 258 Waschkuhn, 1994, S. 276. 259 J. Batliner, Presse, S. 9. 260 J. Batliner, Presse, S. 9 f. 261 J. Batliner, Presse, S. 12. 262 J. Batliner, Presse, S. 12. 263 Batliner, Zur heutigen Lage, S. 165.
        

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