Beim Liechtensteiner Volksblatt kann nicht von einem 100-prozen- tigen Parteiorgan die Rede sein, da das Liechtensteiner Volksblatt nicht der Fortschrittlichen Bürgerpartei gehört. Hauptaktionär des Liechten- steiner Volksblatts ist Eugen A. Russ, österreichischer Staatsbürger und Geschäftsführer des «Vorarlberger Medienhaus G.m.b.H.».246Die politi- sche Berichterstattung ist deshalb aber nicht neutraler, obwohl im Jahr 2012 der Chefredaktor (Heinz Zöchbauer), der leitende Redaktor (Lucas Ebner) und der Chefreporter (Michael Benvenuti) allesamt österrei- chische Staatsbürger sind und ihnen damit die (politisch) tiefe Verwurze- lung mit dem Politikgeschehen Liechtensteins und der Fortschrittlichen Bürgerpartei eigentlich fehlen müsste. Wollte man diese Thematik aufgrund der geschichtlichen Entwick- lung erklären, dann ist festzustellen, dass die Fortschrittliche Bürgerpar- tei aus dem Liechtensteiner Volksblatt hervorgegangen ist, während aus der Vaterländischen Union das Liechtensteiner Vaterland entstanden ist. Die Fortschrittliche Bürgerpartei kann als «Zeitungspartei» und das Liechtensteiner Vaterland als «Parteizeitung» bezeichnet werden.247 Es stellt sich nun die Frage, wie viele Leser das jeweilige Parteior- gan erreicht. Das «FL-Info» hat pro Ausgabe eine Auflage von 18 000 Stück und erschien in den Jahren 2001 bis 2009 durchschnittlich 4,6 mal pro Jahr.248Damit erreichte das FL-Info in den neun Jahren durch- schnittlich 82 800 Leser im Jahr. Um die Auflage des Liechtensteiner Va- terlands und des Liechtensteiner Volksblatts zu erhalten, muss auf eine von der Wemf AG249durchgeführte Statistik zurückgegriffen werden. Diese wurde sowohl im Liechtensteiner Vaterland als auch im Liechten- steiner Volksblatt am 24. März 2009 veröffentlicht. Die Statistik brachte zu Tage, dass beide Zeitungen täglich von jeweils 19 000 Personen gele- sen werden.250Das heisst, in einer Woche erreicht jede Parteizeitung 115 
Die Parteimedien 246 , 25.08.2010. 247 Wille, Parteien, S. 64 ff. 248 , 25.08.2010. 249 , 06.08.2009: «Die zentrale Aufgabe der WEMF ist die systematische, kontinuierliche und neutrale Erhebung des Lese- verhaltens und des Internet-Nutzungsverhaltens der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung. Sie führt ausserdem noch weitere Aufträge durch. Die WEMF ist für eine Vielzahl von Tätigkeiten verantwortlich, die alle dem Betriebszweck ‹Schaffung von Transparenz im Werbe- und Mediennutzermarkt› dienen.» 250 Liechtensteiner Vaterland bzw. Liechtensteiner Volksblatt, jeweils in deren Ausgabe vom 24.03.2009, S. 3 bzw. S. 5.
        

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