ler, die kaum für grundlegende Veränderungen, wie neue Parteien, emp- fänglich sind.238 Dies bestätigt Waschkuhn. Seiner Meinung nach sind vor allem die Grossparteien an der Beibehaltung am Status quo interessiert, während «opponierende Gruppen marginalisiert oder aber kooptiert werden und gleichzeitig darauf Bedacht nehmen müssen, dass extreme Lösungsvor- schläge und ungewöhnliche Polarisierungen nicht der liechtensteini- schen Mentalitätsstruktur entsprechen und demnach mehrheitsunfähig sind».239 Dazu stellt sich die Frage, wie eine neue Partei potenzielle Wähler überhaupt erreichen könnte, da ihr kein dermassen omnipräsentes Me- dium wie eine täglich erscheinende (Partei-)Zeitung zur Seite stehen würde. Überhaupt würde sie von den Landeszeitungen wohl eher schlechte als rechte Unterstützung erhalten. Dazu gibt es zwar Alterna- tiven wie Radio, Plakate, Internetauftritte oder gar ein eigenes Informa- tionsblatt, doch sind diese meistens sehr kostenintensiv. Zudem wäre die Anzahl der Adressaten im Verhältnis zu den Landeszeitungen der Volks- parteien beschränkt. Die Erläuterungen zur Rolle der politischen Parteien in Liechten- stein verdeutlichen die hohen Hürden, die potenzielle Parteien über- springen müssen. Sie belegen aber auch, dass unzufriedene Wähler für einen Wechsel eintreten können und die Anzahl an Wechselwählern zu- nimmt.240Dabei «bedeutet ein Wechsel von einer Grosspartei zur ande- ren keinen wirklichen Richtungswechsel. Ein politischer Wechsel erfolgt hauptsächlich, wenn jemand statt einer Volkspartei Freie Liste wählt oder umgekehrt.»241Bei den Landtagswahlen 2009 schien aber die Freie Liste aufgrund von Loyalitätsmängeln242keine Alternative zu den Volks- parteien zu sein, weshalb neue Parteien bereits 2009 die Landtagswahlen durchaus stark beeinflussen hätten können. 113 
Neue Parteien? 238 Befragung Marxer. 239 Waschkuhn, 1994, S. 278. 240 Marxer, Wahlverhalten, S. 164 f. 241 Marxer, Einflüsse Verfassungsabstimmung, S. 17. 242 Wilfried Marxer, Vortrag zum Thema «Parteien und Landtagswahlen 2009», zitiert im Liechtensteiner Vaterland, 04.05.2010, S. 3: «Noch weniger allerdings kommen Loya- litätsmängel beim Wähler an: Ihr geringes Verständnis für das Auftreten der FL-Par- teispitze während der Finanzplatzkrise brachten Liechtensteins Stimmbürger deut- lich zum Ausdruck. Die grün-soziale Partei verlor zwei von drei Sitzen im Landtag.»
        

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