schaffen worden: «Die Schwarzen» als die bürgerliche und konservative Alternative zu den eher sozialistischen «Roten».185 Die ursprüngliche Parteienstruktur unterlag bis heute starken Ver- änderungen. So wurde 1933 der Liechtensteiner Heimatdienst gegrün- det, der unter gleichem Namen eine Zeitung herausbrachte und sich un- ter anderem gegen die etablierten Pareteien und das Parteiensystem an sich aussprach.186Der Liechtensteiner Heimatdienst schloss sich aber dennoch 1936 mit der Christlich-sozialen Volkspartei zur Vaterländi- schen Union zusammen, deren Parteizeitung das am 1. Januar 1936 erst- mals erschienene Liechtensteiner Vaterland wurde.187Dabei veränderte sich auch die politische Ausrichtung: War sie vorher – nach dem tradi- tionellen Links-Rechts-Schema – links von der Mitte und links von der Fortschrittlichen Bürgerpartei anzusiedeln, so lag sie nun rechts von der Mitte und rechts von der Fortschrittlichen Bürgerpartei.188 Neben diesen zwei Parteien, die bis heute Bestand haben, gab es im Laufe der Zeit mehrere Parteien, die wieder verschwanden: Die Volks- deutsche Bewegung in Liechtenstein (VDBL), die Liste der Unselbstän- dig Erwerbenden und Kleinbauern (UEK), die Christlich-soziale Partei (CSP), die Überparteiliche Liste Liechtenstein (ÜLL) sowie die Arbei- ter- und Bauernpartei des Liechtensteiner Unterlandes, welche aber nie zu einer Wahl zugelassen war.189Einzig die Freie Liste (FL) hält sich seit ihrer Gründung Ende 1985 bis heute.190Sie erhielt bei den Wahlen 1993 ihr erstes Mandat. Ihre Anhänger werden im Volksmund «die Weissen» genannt.191 3.Aufgaben der Wählergruppen Vor den Wahlen ist die primäre Aufgabe einer Wählergruppe, sowohl Kandidaten für die Regierung als auch für den Landtag zu finden. Letz- tere benennen die Wählergruppen in Wahlvorschlägen (Art. 36 ff. 103 
Aufgaben der Wählergruppen 185 Quaderer, Verfassungsdiskussion, S. 111. 186 Wille, Landtag, S. 79. 187 Wille, Landtag, S. 82. 188 Marxer, Wahlverhalten, S. 81. 189 Marxer, Wahlverhalten, S. 79–91. 190 Marxer, Wahlverhalten, S. 91. 191 Marxer, Wahlverhalten, S. 92.
        

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