Das Ziel sowohl der Public Diplomacy wie des Nation Branding ist jedenfalls die Verbesser- 
ung des Images des eigenen Landes in der Wahrnehmung anderer Länder. 
Die PD wurde in den 60er Jahren von den USA „erfunden“ und geprägt. Historisch gesehen 
ist die Public Diplomacy allerdings kein neues Phänomen, denn besonders in Kriegszeiten 
haben Regierungen immer schon versucht, die öffentliche Meinung im Ausland zu beein- 
flussen. Sie stellt eine Mischung aus Auslandspropaganda, politischem Marketing und Kultur- 
diplomatie dar. 
Die zunehmende Bedeutung und mittlerweile Omniprásenz der internationalen Medien, das 
Aufkommen von immer mehr drángenden transnationalen Problemen, die nicht im Allein- 
gang gelóst werden kónnen und die zunehmende Bedeutung von "soft power" als Instrument 
zur Erreichung auDenpolitischer Ziele erhóhen die Bedeutung der Public Diplomacy. 
Dies erhóht zugleich auch die Bedeutung von medialer Kommunikationsfáhigkeit und —arbeit 
von Diplomaten (siehe auch Kapitel 7.3) und Interessengruppen. Die Informationsrevolution 
Ende des 20. Jahrhunderts ermóglicht es námlich jedem Einzelnen, Informationen über Ge- 
schehnisse in anderen Lándern genauso schnell, oder manchmal noch schneller, zu erhalten 
wie Regierungen. Die internationalen Medien agieren immer aufdringlicher und es ist daher 
nicht überraschend, dass die einem riesigen Publikum zugängliche Information die öffentliche 
Meinung zu einem zunehmend wichtigen Faktor in den internationalen Beziehungen gemacht 
hat. Natürlich haben sich Diplomaten früher auch schon um normale Bürger des 
Empfangsstaates bemüht und versucht, deren Meinung positiv in ihrem Sinne zu beeinflussen. 
Doch die Demokratisierung des Zugangs zu Informationen hat diese „Normalbürger“ nicht 
nur zu unabhängigen Beobachtern, sondern auch zu aktiven Teilnehmern in der 
internationalen Politik werden lassen. Damit hat die PD einen weiteren starken Hebel in den 
mehr oder weniger stark organisierten Interessengruppen und besonders im aktiven Publikum. 
Globalisierung und Kommunikationsrevolution zusammen haben die globalen Netzwerke 
über nationale Grenzen hinweg verstärkt und eine viel aktivere zivile Gesellschaft 
hervorgebracht. 
Der Fall „Liechtenstein und die deutsche Steueraffäre‘“ soll jedoch aufgrund der Medien- 
berichterstattung im kritischen Zeitraum die Durchsetzung nationaler und politischer Inte- 
ressen durch Issues Management und Agenda Setting über die internationalen, insbesondere 
die deutschen Medien aufzeigen. Es handelt sich hier zwar um eine politische Diskussion, die 
jedoch in erster Linie über die Medien geführt wurde. 
4 Methodisches Vorgehen 
Diese Master Thesis basiert auf einer Übersicht und Dokumentenanalyse der Bericht- 
erstattung in den deutschen Medien, in erster Linie Nachrichtenagenturen und Printmedien, 
über den Fall ,,Liechtenstein und die deutsche Steueraffáre", der mit dem „Fall Zumwinkel“ 
am 14. Februar 2008 ausgelóst wurde. Auf Basis von Clippings im Zeitraum von 1. Januar bis 
31. Márz 2008 wurde eine Medienresonanzanalyse vorgenommen. Die Medienresonanz- 
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