?9 Vaterlándische Union (VU), politische 
Partei in Liechtenstein, 1936 aus der 
Fusion der christlich-sozialen Volkspartei 
und dem Liechtensteiner Heimatdienst 
entstanden. 
B 34 Christoph Lingg wurde bei den Wahlen 
vom 20. Februar 2011 als Gemeinderat 
in Schaan bestátigt. Seine Partei, die VU, 
| erhielt fünf Sitze im Gemeinderat. Chris- 
toph Lingg erhielt das viertbeste Resultat 
auf der VU-Kandidatenliste, 
  
Irene Lingg-Beck: Ja, die Familie bildet eigentlich nur eine einzige Linie 
in Schaan. Johann Georg Lingg hatte als Bäcker wohl eine Perspektive in 
Schaan, andere Verwandte ohne einen solchen die Existenz absichernden 
Beruf hatten es schwerer. 
Klaus Biedermann: Es fällt auch bei anderen, im 19. Jahrhundert in 
Schaan eingebürgerten Geschlechtern auf, dass sie nur eine Linie bildeten 
oder zahlenmässig klein blieben, so etwa die Dünser und die Keckeis. 
Irene Lingg-Beck: Mir kommt da gerade in den Sinn, dass mein Neffe 
Christoph Lingg seit zwei Jahren Mitglied des Schaaner Gemeinderats ist. 
Er ist während der laufenden Mandatsperiode für einen ausscheidenden 
Gemeinderat nachgerückt. Es haben sich damals alle gefreut über das neue 
Gemeinderatsmitglied. Jetzt bei den Gemeindewahlen vom 20. Februar 
2011 war Christoph Lingg erneut als Vertreter der VU aufgestellt.** 
Sein Vater — mein Bruder — sagte dazu, er würde seinem Sohn die Wahl 
in den Gemeinderat wünschen. Doch er wáre etwas skeptisch über dessen 
Erfolgschancen, denn die Familie Lingg — so die Aussage meines Bruders — 
sei halt in Schaan nicht so bekannt. Auch wenn es nicht direkt gesagt 
wurde, so spürt man aus dieser Aussage doch heraus, dass die Familie 
Lingg nicht ganz dazu gehórt. Familienangehórige der Lingg sind zwar 
nicht mehr Menschen zweiter Klasse, aber doch «eins, komma» und 
«d Lingga sind halt ka Ur-Schaaner».?* 
Klaus Biedermann: Oft.reichte schon der Wechsel in das Nachbar- 
dorf, um aus einem ehemaligen Bürger einen Fremden zu machen. Da 
denke ich etwa an Angehórige der Vaduzer Familie Rheinberger, die 
im 19. Jahrhundert nach Schaan zogen, dort aber erst nach mehreren 
Jahrzehnten eingebürgert wurden. 
Irene Lingg-Beck: Ja, da gab es schon einige Geschlechter in Schaan, die nicht 
ganz zum «Kuchen» gehórten: Keckeis sowieso nicht, aber auch einzelne 
andere Familien nicht, wie Dünser und Lingg. In Basel würde man sagen: 
Sie gehórten nicht zum «Daig» (lacht). 
Klaus Biedermann: Sebastian Dünser wurde aber bereits 1833 in Schaan 
eingebürgert. Er war Lehrer und Beamter, gehörte also wohl nicht zur 
Unterschicht. 
Doch vielleicht hängt dieses Gefühl, nicht ganz dazu zu gehören, damit 
zusammen, dass diese Familien mit ihren Beamten, Gewerbetreibenden und 
Handwerkern eben keine klassischen Bauernfamilien waren. 
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