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87 Zum Einkauf von Gebhard Schädler in 
die Dorfgenossenschaft von Eschen 1803 
siehe Kap. 2.6. 
LI LA PA 1/75/7: Einbürgerungsurkunde 
für Johann Georg Marxer, 8. Februar 
1857, unterzeichnet vom Ortsrichter Mi- 
chael Seger, Sáckelmeister Kristof Ospelt 
und den Geschworenen Xaver Ospelt, 
Andreas Laternser und Andreas Hilti, 
amtlich bestátigt durch Landvogt Johann 
Michael Menzinger. 
Paul Vogt: Landtag 1987, S. 167; Familien- 
stammbuch Mauren 2004, Bd. 2, S. 184. 
99 GaSb A 8: Protokoll der Sitzung des Ge- 
meinderats, 8. August 1869 zum Einbür- 
gerungsgesuch des Justin von Linde mit 
Frau Elisabeth und den Kindern Rudolf, 
Emma, Balduin sowie Schwiegertochter 
Barbara Elisabeth geborene Bauer. 
Johann Georg Marxer in Vaduz 
Der aus Mauren gebürtige Johann Georg Marxer (1808—1891) war ein 
Neffe des Arztes Gebhard Schádler, der 1803 Dorfgenosse von Eschen 
geworden war." Johann Georg Marxer war von 1833 bis 1847 Lehrer in 
Vaduz. 1847 gründete er eine Agentur für Versicherungs- und Rechtsfra- 
gen. Im Februar 1857 befürwortete die Vaduzer Bürgerversammlung die 
Einbürgerung von Johann Georg Marxer einstimmig. In der Einbürgerungs- 
urkunde vom 8. Februar 1857 hiess es aber ausdrücklich, dass Johann 
Georg Marxer keine Aufnahme in die Vaduzer Alpgenossenschaft fand, 
«da diese von ihm unangetaschtet [sic] und unberührt nach ihren 
alten Gewohnheitenzu bestehen hat.»*? 
Johann Georg Marxers Einbürgerung in Vaduz war eine Voraussetzung 
für seine gültige Wahl zum Ortsrichter. Die Gemeinde hatte Marxer bereits 
zum Ortsrichter gewählt, doch das Oberamt stimmte dieser Wahl erst zu, 
nachdem Marxer Vaduzer Gemeindebürger geworden war. Von 1857 bis 
1864 war Marxer Ortsrichter (Gemeindevorsteher, seit 1861 mit dem Titel 
Bürgermeister) von Vaduz. Zwischen 1862 und 1875 gehörte er dem Landtag 
an. Im Jahr 1858 hatte Johann Georg Marxer Katharina Frick (1837-1896) 
aus Schaan geheiratet, mit der er zwei Töchter hatte. In der Folge verschwand 
der Name Marxer als Name einer Vaduzer Bürgerfamilie wieder.” 
Die Verknüpfung einer Einbürgerung mit der Wahl zum Gemeinde- 
vorsteher ist wohl ein einmaliger Vorgang in Liechtenstein. Johann Georg 
Marxers Verwandtschaft mit der angesehenen Eschner Bürgerfamilie 
Schädler war für ihn bestimmt hilfreich, auch im Hinblick auf sein späteres 
Wirken als Politiker auf-Eandesebene. Zwar fehlte Johann Georg Marxer 
bei seiner Titigkeit als Gemeindevorsteher von Vaduz die verwandtschaftliche 
Vernetzung im Dorf, doch gab ihm das andererseits wohl auch eine 
gewisse Unabhängigkeit, da er bei Entscheidungen nicht auf Verwandte 
im Dorf Rücksicht nehmen musste. 
Justin von Linde und Karl Freiherr von Vogelsang in Schellenberg 
Justin von Linde (1797-1870) war Kanzler an der Universität Giessen, 
hessischer Staatsrat und Mitglied der Nationalversammlung in Frankfurt 
am Main. Zudem fungierte er als Berater des Kaisers von Österreich und 
des Fürsten von Liechtenstein. Er hatte im Jahr 1826 Dorothea Krüger 
(1800—1879) geheiratet. 1859 wurde Justin von Linde mit seiner Familie 
in das liechtensteinische Staatsbürgerrecht aufgenommen, 1869 auch in 
das Gemeindebürgerrecht von Schellenberg. Die Gemeinde Schellenberg 
fühlte sich von dieser Einbürgerung «nur geehrt» und wollte Justin von 
Linde (mitsamt Familie) «ohne allen Ansprüchen an denselben» aufnehmen. 
Die Familie lebte aber nie in Schellenberg.” 
Eine Tochter des Justin von Linde heiratete Karl von Vogelsang (1818— 
1890). Freiherr von Linde hatte vor 1858 Karl von Vogelsang mit dem spä- 
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