1.6 AUFBAU DER ARBEIT 
Das Thema der vorliegenden Arbeit und Grundsätzliches zur Erarbeitung 
dieser Studie werden in Kapitel 1 dargelegt. 
Zur Vermittlung der komplexen und teilweise kaum mehr bekannten 
Genossenschafts- und Gemeindestrukturen zeigt das Kapitel 2 grundlegende, 
einfach erklärte Fakten zur Gemeindeentwicklung in Liechtenstein auf. 
Zentral dabei ist eine knappe historische Darstellung zur Ausbildung 
des Gemeindebürgerrechts. Skizziert wird zudem die Entwicklung des 
Untertanenstatus, der später zum Staatsbürgerrecht führte. Das Kapitel 
schliesst mit vier Fallbeispielen, die Aufnahmen in den Untertanenverband 
vorstellen. Nur in einem dieser drei Fälle erlangte die entsprechende 
Familie nicht nur den Untertanenstatus, sondern auch die Mitgliedschaft 
in einer Dorfgenossenschaft. 
Auf die Entwicklung des Gemeindebürgerrechts nahm der Staat 
wiederholt Einfluss. Im Zuge der Staats- und Verwaltungsreformen des 
frühen 19. Jahrhunderts in Liechtenstein versuchten die staatlichen 
Behörden vergeblich, den Gemeinden die Kompetenzen zur Aufnahme 
von Personen in das Gemeindebürgerrecht zu nehmen. Ausdruck davon 
ist das Freizügigkeitsgesetz von 1810, das in Kapitel 3 dargestellt wird. Weitere 
Gesetzesreformen mit Bezug zum Bürgerrecht, so die 1812 erfolgte Über- 
nahme des österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches 
(ABGB) für Liechtenstein, ergänzen dieses Kapitel. Es war das ABGB, das 
den liechtensteinischen Untertanen zum Staatsbürger machte. 
Die Gemeinden ihrerseits wehrten sich erfolgreich gegen die erwähnte 
staatliche Bevormundung. Eine erste Folge dieser Auseinandersetzung 
zwischen Staat und Gemeinden war das Gemeindegesetz von 1842, das den 
Gemeinden offiziell die Einbürgerungskompetenz wieder zurückgab. Die 
Entwicklung, die zur dieser Gesetzgebung von 1842 führte, wird in Kapitel 4 
aufgezeigt. Ebenfalls schildert dieses Kapitel den Kampf von Hintersassen 
um ihre Anerkennung als nutzungsberechtigte Gemeindebürger. 
Um den betreffenden Hintersassen zu dieser Anerkennung zu verhelfen, 
bereitete der Landtag ein neues Gemeindegesetz vor. Das 1864 in Kraft 
getretene neue Gemeindegesetz erklärte die Hintersassen zu Bürgern ihrer 
Wohngemeinde. Der Erlass dieses Gesetzes ist vor dem Hintergrund eines 
weiteren Reform- und Demokratisierungsprozesses zu sehen, der bereits mit 
der Revolution von 1848 eingesetzt hatte. Die Entwicklungen, die zu diesen 
Neuerungen geführt hatten, sind in Kapitel 5 dargelegt. 
Die Gemeinden versuchten ab 1864, einzelne Bestimmungen des 
neuen Gemeindegesetzes zu umgehen. Zwar konnten die Gemeinden es 
nicht mehr rückgängig machen, dass aus ehemaligen Hintersassen nun 
Gemeindebürger geworden waren. Doch einzelne Gemeinden erhöhten 
die Einbürgerungstaxen zum Teil massiv, um diesen Neubürgern den 
20 
  
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.