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204 Aspen oder Aspa: Flaches, nur weilerartig 
besiedeltes Wiesenplateau nórdlich und 
oberhalb von Eschen. Hans Stricker, Toni 
Banzer, Herbert Hilbe: Die Orts- und 
Flurnamen 1999. Bd. 3, S. 196—197. 
LI LA RC 71/32: Protokoll zur Einvernahme 
des Franz Haas betreffend sein Niederlas- 
sungsrecht in Eschen, 30. März 1842 
LI LA RC 71/32: Schreiben des Oberamts 
Vaduz an die Gemeindevorstehung Eschen, 
23. April 1842. 
Aufzeichnungen Fridolin Tschugmell (Ms.), 
im Archiv des HVFL: Ottilia Haas starb 
im Haus Nr. 102 auf Aspen (Gemeinde 
Eschen) im Jahr 1853, Franz Haas verstarb 
im Jahr 1869. 
Siehe dazu Kap. 4.5: Das Gemeindegesetz 
von 1842. 
9? Vgl. Kap. 5.4.2: Das Gemeindegesetz 
von 1864. 
GAE (Gemeindearchiv Eschen) GRP 
1901/12/1: Kinder des Lorenz Haas wurden 
an Josef Brendle für 36 Gulden und 50 Kreu- 
zer Ó.W. sowie an Franz Josef Marxer, Haus 
Nr. 138, für 100 Gulden ó.W. zur Verpflegung 
gegeben. Protokoll der Sitzung des Eschner 
Gemeinderats vom 30. August 1901. 
Eschner Familienbuch 1997, Bd. |, 
$. 118-123. 
GAE GRP 1894/10/1: Protokoll der 
Sitzung des Eschner Gemeinderats vom 
9. September 1894. Viktoria Haas 
(* 1873) war ebenfalls eine Enkelin von 
Ottilia und Franz Haas. 
Zur Familie Haas vgl. Herbert Oehri: Mauren 
2006—2010, Bd. 2, S. 264—289. Ein 
weiterer Bruder von Anton Haas, Christian 
Haas, begründete eine zweite Maurer Linie 
der Familie Haas, auf die hier jedoch nicht 
náher eingegangen wird. 
Vgl. Kap. 7.7: Gespräch mit Vreni 
und Norbert Haas. 
Die Herstellung und der Verkauf von 
Waldprodukten wie Holzkohle oder Harz 
zählten auch zu den klassischen Tätigkeiten 
von nicht-sesshaften und ausserhalb der Ort- 
schaften lebenden Menschen. Vgl. Clo Meyer: 
«Unkraut der Landstrasse» 1988, S. 27. 
Dem Sohn Job Haas (1839-1913) ver- 
weigerte die Gemeinde Mauren 1870 das 
Nutzungsrecht am Gemeindegut, da er als 
uneheliches Kind der Hintersassin Katharina 
Zessinger nicht nachweisen könne, dass 
er Gemeindebürger sei. Vgl. LI LA RE 
1870/343: Job Haas, Verweigerung der 
Nutzungsrechte in der Gemeinde Mauren. 
LI LA RC 79/36: Franz Anton Haas, 
Ansuchen um Ehekonsens; Einvernahme 
des Franz Anton Haas vor dem Oberamt 
in Vaduz, 9. November 1844. 
Familie, Johann Batliner aus dem Eschner Ortsteil Aspen," mit Entzug 
des Gemeindeteils, sofern er diese Familie weiter beherberge.?? 
Franz Haas bat das Oberamt in Vaduz um Hilfe. Er wurde auf den 
30. Márz 1842 vor das Oberamt geladen, wo er seine missliche Lage 
schilderte. Der Eschner Pfarrer Benedikt Styger bestátigte am 15. April 
1842 dem Oberamt auf Anfrage, dass Franz Haas in Eschen geboren und 
ein untadeliger Mensch sei. Das Oberamt teilte schliesslich am 23. April 
1842 der Gemeinde Eschen mit, dass der dort geborene liechtensteinische 
Staatsangehórige Franz Haas in Eschen heimatberechtigt sei: Es bestehe 
daher «weder Grund noch Recht, ihn aus der Gemeinde abzuschaffen oder 
den Quartiertráger zu bestrafen, weil er einen Unterthanen in sein Haus 
aufgenommen hat.»"* Die Familie von Ottilia und Franz Haas behielt in 
der Folge das Bleiberecht bei Johann Batliner auf Aspen.?" Im Einklang 
mit dem im selben Jahr 1842 erlassenen Gemeindegesetz erhielt die Familie 
Haas in Eschen ein Heimatrecht.??? 
Mit Erlass des Gemeindegesetzes von 1864 erhielt die Familie von 
Ottilia und Franz Haas das Eschner Gemeindebürgerrecht. Dies bedeutete 
aber nicht das automatische Recht auf die Zuteilung und Nutzung von 
Gemeindeboden. In die vollen Bürgerrechte hátte sich die Familie erst 
noch einkaufen müssen.??? 
Die Familie Haas konnte sich in Eschen lángerfristig nicht behaupten. 
So wurden bereits Enkelkinder von Ottilia und Franz Haas anderen Familien 
in Eschen zur Verkóstigung zugeteilt."? Alle weiteren Nachkommen der 
Eschner Familie Haas wanderten aus, zumeist nach Osterreich oder in die 
Schweiz. Dort hatten sie auch Ehepartnerinnen und Ehepartner gefunden.?" 
Die Gemeinde Eschen zahlte in einzelnen Fiállen sogar die Brauteinkaufstaxen, 
wenn Frauen aus der Familie Haas ins Ausland heirateten. Der Eschner 
Gemeinderat befürwortete zum Beispiel 1894 die Auszahlung von 80 Gulden 
österreichische Währung zugunsten des Sägemeisters Georg Gorbach 
in Vorarlberg, zweckgebunden für den Brauteinkauf von Viktoria Haas 
in seine Bürgergemeinde Langen am Arlberg. Auf diese Art konnte die 
Gemeinde Eschen Personen loswerden, die ihnen wahrscheinlich sonst im 
Laufe der Jahre als Fiirsorgefille zur Last gefallen wáren.?'? 
Die Maurer Linie der Familie Haas 
Der zweite Sohn von Maria Franziska und Franz Josef Haas, Anton Haas, 
wurde 1804 in Berschis (SG) geboren.?? Anton Haas leistete 1831 Militár- 
dienst für Liechtenstein und erhielt in der Folge das Heimatrecht in Mauren.?"* 
Er war gelernter Korbflechter und arbeitete spáter als Kohlenbrenner 
im Pirschwald bei Nendeln.?^ Anton Haas und Katharina Zessinger hatten 
fünf uneheliche Kinder.?'® Haas hátte gerne geheiratet, doch habe er 
«wegen Nichtbesitzes eines Hauses die Bewilligung [dazu] nie erhalten». 
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