55 Vgl. Kap. 4.6: Beschlussfassung und Ein- 
kaufssummen in den einzelnen Gemeinden. 
5 Zu Andreas Schadler, der mit der Maria 
Agatha Ospelt aus Vaduz verheiratet war, 
siehe Vaduzer Familienchronik 2002, 
Bd. VI, S. 16. 
7 Zu Andreas Lins, der spáter in Vaduz als 
Nachtwáchter und Totengráber arbeitete, 
siehe Vaduzer Familienchronik 2002, 
Bd. IV, S. 106. Lins hatte Kunigunda 
Meier aus Mauren geheiratet. Zu Josef 
Anton Marxer liegen keine genaueren 
Angaben vor. 
Josef Anton Roeckle war ein Sohn des 
Müllers Gebhard Roeckle (der 1822 als 
Hintersasse in Vaduz erwáhnt wurde). 
Vgl. Kap. 8 sowie Vaduzer Familienchronik 
2002, Bd. V, S. 245 und 248. 
Christoph Hartmann war Jäger und mit 
Maria Magdalena Ott aus Eschen 
verheiratet; siehe Vaduzer Familienchronik 
2002, Bd. II, S. 126. Für seinen Sohn Josef 
Hartmann, Beamter und Grundbuchführer, 
bestimmte die Gemeinde Vaduz 1867 
eine Einkaufstaxe von 40 Gulden ö.W. 
Vgl. Kap. 8.2: Beamte, Lehrer, Erzieher 
und Ärzte, Tabelle 7. 
GAVA NV 2/1/1: Protokoll der Sitzung des 
Vaduzer Gemeinderats vom 2. August 1865. 
GAVA NV 2/1/1: Protokolle der Sitzungen 
des Vaduzer Gemeinderats, 3. Juni 1878 und 
19. Februar 1885. Zur Familie Willam siehe 
auch Vaduzer Familienchronik 2002, Bd. VIII, 
S. 81-86, sowie Kap. 8.5, Tabelle 10. 
GAV A NV 2/1/1: Protokoll der Sitzung des 
Vaduzer Gemeinderats, 15. Dezember 1879. 
GAS A 9b/19: Gesuch des Johann 
Ferdinand Schlegel um Einbürgerung in 
Schaan, 1865; Privatarchiv der Familie 
Lingg (PA Familie Lingg): Transkription aus 
dem Protokollbuch des Schaaner Gemein- 
derats, 28. August 1875. Die Einbürgerung 
der Familie Lingg in Schaan ist in Kap. 8.5 
ausführlich beschrieben. 
6.4 VERGLEICHSWEISE MODERATE EINKAUFSTAXEN IN VADUZ 
Wie die Gemeinde Ruggell, so hatte auch die Gemeinde Vaduz bereits im 
Jahr 1843 relativ niedrige Einkaufstarife für Bürgerrechtsbewerber festgelegt. 
Das hing, wie in Kapitel 4 dargelegt, mit dem in Vaduz im Vergleich zu 
den Nachbargemeinden geringeren Bürgernutzen zusammen.” Die Ein- 
kaufstaxen blieben in Vaduz auch nach Erlass des neuen Gemeindegesetzes 
von 1864 eher tief — gerade etwa im Vergleich zu den Summen, die in Balzers 
und in Schaan verlangt wurden. Die folgenden Beispiele zeigen aber auch, 
dass einige der ehemaligen Hintersassen trotzdem nicht in der Lage waren, 
sich in das volle Bürgerrecht der Gemeinde Vaduz einzukaufen. 
Im Jahr 1865 gelangten die bisherigen Hintersassen Andreas Schädler,*° 
Josef Anton Marxer, Andreas Lins,” Josef Anton Roeckle’® und Christoph 
Hartmann” an die Vaduzer Gemeindevorstehung in der Absicht, das volle 
Biirgerrecht der Gemeinde zu erlangen. Der Vaduzer Gemeinderat forderte 
von jedem von ihnen eine Einkaufstaxe von 60 Gulden österreichische 
Währung. Die Bürgerrechtsbewerber ihrerseits wollten aber nur jeweils 50 
Gulden bezahlen, was der Gemeinderat jedoch ablehnte.9? 
Franz Josef Schádler, einem Sohn von Andreas Schádler, wurde 1878 
der Einkauf ins Vaduzer Gemeindebürgerrecht für 40 Gulden angeboten. 
Auch der ehemalige Hintersasse Johann Georg Willam erhielt 1885 die 
Möglichkeit, bei Bezahlung von 40 Gulden österreichische Währung das 
volle Vaduzer Gemeindebürgerrecht zu erlangen. In den Jahresrechnungen 
der Gemeinde Vaduz finden sich hingegen keine Belege über erfolgte 
Zahlungen dieser Einkaufstaxen.? Einkaufen in das volle Bürgerrecht 
konnte sich hingegen Ferdinand Willam, der ältere Bruder des erwähnten 
Johann Georg Willam, und zwar bereits im Jahr 1879: «[Seinem] Gesuche 
wurde einstimmig willfahren und die Taxe, wie bei den früheren 
Heimathsberechtigten, auf 40 fl festgesetzt. Gesuchsteller hat den Einkauf 
gleich baar erlegt.»“ 
Die gezeigten Beispiele aus Vaduz dürfen aber nicht zur Annahme 
verleiten, diese Gemeinde hätte im späten 19. Jahrhundert immer so 
niedrige Einkaufstaxen verlangt. War ein Bürgerrechtsbewerber finanziell 
besser gestellt, so verlangte die Gemeinde durchaus höhere Einkaufstaxen. 
Die im Kapitel 8 näher vorgestellten Einbürgerungsfälle von Johann Felix 
Real und Andreas Walch aus den Jahren 1867/68 belegen dies. Doch die 
Gemeinde Vaduz verlangte auch in diesen zwei Fällen mit je 400 Gulden 
österreichische Währung wesentlich tiefere Einkaufstaxen als etwa die 
Gemeinde Schaan, die von Johann Ferdinand Schlegel im Jahr 1865 ein 
Einbürgerungsgeld von 1’000 Gulden und von Johann Georg Lingg im 
Jahr 1876 sogar 2'000 Gulden verlangte. Im Fall von Johann Georg Lingg 
senkte die Gemeinde Schaan lediglich auf Druck der Regierung in Vaduz 
die Einkaufskaufe von 2/000 auf schliesslich 1'600 Gulden.? 
 
        

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